Full text: FMA-Leitfaden zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken

Seite 2 Zu den Punkten im Einzelnen Es ist sinnvoll, wenn sich die Nachhaltigkeitsziele an den Nachhaltigkeitsfaktoren Environ- ment, Social und Governance (ESG-Kriterien) orientieren. Die demonstrative Darstellung der konkreten Ausprägungen der ESG-Kriterien (auf Seite 8) könnten jedoch im Bereich „Sozia- les/ArbeitnehmerInnenbelange“ ausführlicher ausgestaltet sein. Zum Beispiel vermisst die BAK in der tabellarischen Auflistung Aspekte der Informationstransparenz gegenüber Konsu- mentInnen. Im Detail könnte hinzugefügt werden, dass Unternehmen eine „Installation von unternehmenseigenen Qualitätsmanagement-Systemen und Ombudsstellen für Kundenbe- schwerden“ sowie die „Teilnahme an außergerichtlichen Schlichtungsverfahren“ vornehmen. Aus der ArbeitnehmerInnenperspektive ist hinzuzufügen, dass es keine Verstöße gegen das Arbeitnehmerschutzgesetz (ASchG) und den damit verbundenen Verordnungen geben darf. Diese Anforderung an Unternehmen ist zwar ein Minimalerfordernis, aber – wie die Praxis zeigt – nicht immer gegeben und aus AK-Sicht essenziell. Auf Seite 9 des FMA-Leitfadens sind unter den Begrifflichkeiten die Nachhaltigkeitsfaktoren aufgezählt. Unter dem Faktor „Soziales“ ist der Begriff Arbeitssicherheit angeführt. Der ge- bräuchliche österreichische Terminus ist uE „Arbeitnehmerschutz“. Begrüßenswert ist, dass auf Seite 5 unter den Rahmenbedingungen das Thema Hitze auch angeführt wird, denn es werden dazu von ArbeitnehmerInnen in der AK-Beratung immer häufiger Beschwerden ange- führt. Der Entwurf führt zu Recht auf Seite 15 an, dass mit dem zunehmenden Angebot von „grünen“ oder „umweltfreundlichen“ Veranlagungen und Finanzprodukten das Risiko von Green- washing ansteigt. Dieses Risiko ist nicht von der Hand zu weisen, was sich in einer AK-Studie aus 2014 auch zeigte: Eine Analyse von 10 als nachhaltig beschriebenen Investmentfonds ergab, dass aus den schriftlichen Unterlagen rund um die Fonds (Factsheet, Kundeninforma- tionsdokument - KID, Rechenschaftsbericht, Emissionsprospekt) keine eindeutigen Ansatz- punkte erkennbar waren, weshalb diese Fonds als nachhaltig eingestuft wurden. In diesen Fonds fanden sich unzählige Wertpapiertitel, die per se nicht als „grün“ oder „nachhaltig“ ein- zustufen waren. Zudem blieb unklar, welcher Nachhaltigkeitsfaktor entscheidend für die Ein- stufung „nachhaltiger Fonds“ war. Handelte es sich um einen „grünen“ Fonds (Environment)? Handelte es sich um einen Fonds mit (positivem) sozialen Impact (Social)? Oder handelte es sich um einen Fonds, der Werte enthielt, die dem Faktor „(gute) Unternehmensführung (Governance)“ zuzurechnen war? Oder aus einer Kombination aus allen drei ESG-Faktoren? – All diese Fragen konnten aufgrund der Analyse des Informationsmaterials nicht beantwortet werden. Auf Seite 22 des Entwurfs ist angeführt, dass beaufsichtigte Unternehmen aus unterschiedli- chen Perspektiven mit Nachhaltigkeitsrisiken konfrontiert sind. In diesem Kontext sind „Nach- haltigkeitsrisiken zu nennen, die sich aus der Veranlagung, den Kundenbeziehungen oder den

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