Full text: Initiativantrag zur Einrichtung eines Corona-Not-Ausbildungsfonds

Seite 3 Lehrlingsausbildung in österreichischen Betrieben. Und es muss ernsthafte Überlegungen mit den Sozialpartnern geben, einen Lehrlingsausbildungsfonds einzurichten. Zu den wesentlichen Punkten des Entschließungsantrags: Die BAK hält vorab fest, dass die von der Regierung gesetzten Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie dramatische wirtschaftliche, soziale und auch bildungspolitische Auswirkungen hatten und haben. Stark betroffen sind ArbeitnehmerInnen und Lehrlinge. Nach den Berechnungen bzw der Prognose der Johannes Kepler Universität Linz (JKU Linz), wird sich die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen österreichweit auf knapp 80.000 Personen verdoppeln und es werden heuer rund 7500 Lehrstellen fehlen. Diese Annahme wird auch durch eine aktuelle Befragung in Niederösterreich, in Auftrag gegeben von den Sozialpartnern und dem Land Niederösterreich, gestützt - mehr als ein Drittel der Betriebe gab an, dass sie im Herbst keine Lehrlinge aufnehmen. Seitens der BAK wird daher ein massiver Wegfall von Lehrstellen befürchtet. Da sich die Betriebe schon in den letzten Jahren immer weiter von der Lehrlingsausbildung zurückgezo- gen haben, muss zukünftig mit einem noch höheren Fachkräftemangel als bisher gerech- net werden. Ende April 2020 waren bereits 61.216 Personen zwischen 15 und 24 Jahren als arbeitslos vorgemerkt. Das entspricht einem Zuwachs von 109,2 % im Vergleich zum Vorjahr. In Anbetracht dieser Zahlen wird klar, dass die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit von Jugend- lichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahren eine große Herausforderung darstellt und den derzeitigen Entwicklungen entschieden entgegengetreten werden muss. Die Problemanalyse im Entschließungsantrag mit der Einschätzung, dass sich spätestens ab Sommer die Ausbildungs- und Beschäftigungssituation für Jugendliche deutlich ver- schlechtern wird, ist daher völlig zutreffend. Bereits im April 2020 ist auch die Zahl der Lehr- stellen suchenden Jugendlichen, die beim AMS vorgemerkt sind, massiv angestiegen. Es besteht nach Ansicht der BAK rascher Handlungsbedarf, um zu vermeiden, dass eine „Ausbildungskatastrophe“ eintritt und tausende Jugendliche am Beginn ihrer Berufskarriere langzeitarbeitslos werden und mangels Berufsausbildung dauerhaft schlechte Beschäfti- gungsaussichten haben. Die Bereitstellung ausreichender qualitätsvoller Lehrstellen für Jugendliche muss ange- sichts der dramatischen Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrise im Zuge der Corona-Pandemie aktuell eine besondere sozialpolitische Priorität darstellen. Es muss für die Ausbildung von FacharbeiterInnen gesorgt werden, die nach Ende der Krise benötigt werden bzw um den von der Wirtschaft schon bald wieder zu erwartenden Fach- kräftebedarf zu sichern. Es müssen Ausbildungsplätze für jene jungen Menschen geschaffen

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.