Full text: Entwurf zur Novelle GrenzwerteVO 2020 (GKV), Umsetzung der Richtlinie (EU) 2398/2017

Seite 6 Für Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sind nach § 3 Abs 1 Z 1 der Verordnung über die Beschäftigungsverbote und –beschränkungen (KJBG-VO) Arbeiten unter Einwirkung bestimmter gesundheitsgefährdender Arbeitsstoffe grundsätzlich verboten. Ausgenommen davon sind nach § 3 Abs 2 KJBG-VO Jugendliche in Ausbildung (z.B. Lehrlinge); sie dürfen mit diesen Arbeiten unter Aufsicht beschäftigt werden. Für andere Jugendliche bis 18 Jahren (z.B. Ferial-ArbeitnehmerInnen) sind diese Arbeiten dann nicht verboten, wenn die gefährlichen Arbeitsstoffe in nur so geringem Ausmaß zur Einwirkung gelangen können, dass nach arbeitsmedizinischen Erfahrungen eine Schädigung der Gesundheit nicht zu erwarten ist oder, wenn sie so verwendet werden, beispielsweise in einer Apparatur, dass ein Entweichen in den Arbeitsraum während des normalen Arbeitsvorganges nicht möglich ist. Dies betrifft unter anderem krebserregende Arbeitsstoffe (§ 3 Abs 1 Z 1 lit f KJBG-VO: Karzinogenität [Gefahrenklasse 3.6]). Durch die beabsichtigte Festlegung als eindeutig krebserzeugend (Art 1, Z 18 des Entwurfs) wird Quarzfeinstaub zu einem verbotenen Arbeitsstoff nach § 3 Abs 1 Z 1 lit f KJBG-VO für Jugendliche bis 18 Jahre. Ein entsprechender Hinweis auf die KJBG-VO sollte daher in die Erläuterungen zu Art 1 Z 11 und Z 18 des Entwurfes aufgenommen werden. Da im Baubereich auch jugendliche Lehrlinge und PraktikantInnen beschäftigt werden, muss bei der Schwerpunktaktion der Arbeitsinspektion zum alveolengängigen Quarzfeinstaub verstärkt Augenmerk auf die Einhaltung der Bestimmungen der KJBG-VO und auf die Umsetzung entsprechender Schutzmaßnahmen für Jugendliche gelegt werden. Die BAK ersucht dies in das Vorblatt bei den Ausführungen zur internen Evaluierung aufzunehmen. Ethylenoxid Der vorgeschlagene Grenzwert von 1,8 mg/m? entspricht in etwa der deutschen Toleranzkonzentration. Die BAK fordert die Festlegung eines Grenzwertes in Höhe der deutschen Akzeptanzkonzentration von 0,236 mg/m? (Risiko 1 zu 2.500) bzw mittelfristig von 0,0236 mg/m? (Risiko 1 zu 25.000). 1,3-Butadien Die BAK fordert statt dem vorgeschlagenen Grenzwert von 2,2 mg/m? (TMW) die Festlegung eines Grenzwerts in Höhe der deutschen Akzeptanzkonzentration von 0,5 mg/m?. Hydrazin Die BAK fordert statt dem vorgeschlagenen Grenzwert von 0,013 mg/m? (TMW) die Festlegung eines Grenzwerts in Höhe der deutschen Akzeptanzkonzentration von 0,0022 mg/m? (Risiko 1 zu 2.500) bzw mittelfristig von 0,00022 mg/m? (Risiko 1 zu 25.000).

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