Full text: Österreichischen Strukturplans Gesundheit 2017 (ÖSG VO 2020)

Seite 3 Der Bettenabbau ist auch kritisch zu betrachten, wenn man bedenkt, dass im Zuge der OÖ- Spitalsreform im Zeitraum von 2009 bis 2017 bereits 756 Spitalsbetten verloren gegangen sind. Die BAK fordert daher, dass der ÖSG bei hochkontagiösen, lebensbedrohlichen Erkrankungen im Rahmen der ÜRPV eine transparente und nachvollziehbare Pandemie- Strategie samt dazugehöriger Ressourcen enthält. Zu §§ 2 und 3: Dieser Abschnitt enthält die Vorgaben zur stationären und ambulanten Rehabilitation, wobei im Vergleich zur ÖSG-VO 2018 ein massiver Ausbau der ambulanten Rehabilitation geplant ist. Für die Planungsmethodik wurde das Konzept der „Eignungsstandorte“ zugrunde gelegt. Damit soll die gleichmäßige Verteilung der Versorgungsstrukturen sowie die Erreichbarkeit innerhalb einer angemessenen Zeit (45 Minuten) für die gesamte Bevölkerung sichergestellt werden. Die BAK begrüßt grundsätzlich den Ausbau der ambulanten Rehabilitation. Die festgelegten Eignungsstandorte sind aber nicht ausreichend, um eine angemessene Erreichbarkeit – in den Erläuterungen mit 45 Minuten angegeben – zu gewährleisten. So werden beispielsweise für Tirol Wörgl und Innsbruck angegeben. Dies stellt insbesondere für jene BewohnerInnen Tirols, die in abgelegenen Tälern bzw Orten wie zB Reutte wohnen, auf Grund der langen Anreise eine Herausforderung dar und erschwert die Inanspruchnahme der ambulanten Rehabilitation. Auch in anderen Regionen zeigt sich ein ähnliches Bild und die Erreichbarkeit innerhalb von 45 Minuten ist bei weitem nicht für die gesamte österreichische Bevölkerung gewährleistet. Entgegen der Zielsetzung ist somit die wohnortnahe Versorgung nicht sichergestellt. Die BAK empfiehlt daher die Festlegung weiterer Eignungsstandorte. Es ist auch kritisch anzumerken, dass der ÖSG die österreichweit definierte Leistungsmenge im Zusammenhang mit der Verlagerung der Rehabilitation vom stationären in den ambulanten Bereich nicht näher erläutert. Es ist nicht ersichtlich, wie der ausgewiesene notwendige Bedarf zustande kommt. Darüber führt der ÖSG auch keine Wartezeiten von Rehabilitationsverfahren an. Die BAK fordert daher die Installierung eines transparenten Wartezeiten-Managements auch für den Rehabilitationsbereich mit nachvollziehbaren Kriterien und Maximalwartezeiten. Im Zusammenhang mit dem Bereich der Rehabilitation für Kinder und Jugendliche entsprechen die Werte denen der ÖSG-VO 2018. So sollen laut Verordnungsentwurf in der Kinder- und Jugendpsychiatrie österreichweit 42 Betten bis 2025 zur Verfügung stehen. Nachdem das österreichische Gesundheitssystem gerade in der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Allgemeinen einen großen Nachholbedarf hat, fordert die BAK einen Ausbau derselben insbesondere auch im Bereich der Rehabilitation.

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