Full text: Bundes-Umgebeungslärmschutzverordnung

Seite 2 ? Insbesondere sollten die für die Lärmaktionsplanung festgelegten Schwellenwerte auf das Level der Planungsrichtwerte für „Wohngebiete“ abgesenkt werden. ? Auch die in den Lärm-Immissionsverordnungen für die Straße, die Schiene und die Luftfahrt festgelegten Grenzwerte, insbesondere die für die Schiene und die Luftfahrt sollten entsprechend der neuen Erkenntnisse deutlich abgesenkt werden . ? Ebenso sind die entsprechenden Grenzwerte für die Bestandsanierungen kritisch zu überprüfen und dann in der Folge auch verbindlich zu machen. Zu den wesentlichen Bestimmungen des geplanten Entwurfs: Lärm ist unerwünschter, störender und belästigender Schall. Laut Weltgesundheits- organisation (im Folgenden kurz: WHO) ist Verkehrslärm nach der Luftverschmutzung das Umweltproblem mit den zweitstärksten Auswirkungen auf die Gesundheit in Europa. Die Auswirkungen von Umgebungslärm kosten die EuropäerInnen jedes Jahr mindestens eine Million gesunde Lebensjahre1. Eine intakte Umwelt ist sowohl kurz- als auch langfristig eine grundlegende Voraussetzung für den Wohlstand einer Gesellschaft. Eine lebenswerte und wenig belastete Wohnumgebung wirkt sich positiv auf das individuelle Wohlergehen und die Gesundheit aus. Will man daher Wohlstand und Wohlergehen in Österreich messen und sichtbar machen, versteht es sich von selbst, dass die Wohlstandsdimension „intakte Umwelt“ bezogen auf das Thema „Verkehrslärm“ nur erfasst werden kann, wenn regelmäßig Daten zur objektiven Lärmbelastung in Österreich ermittelt und auswertet werden. Anders als im Rahmen des SDG-Monitorings von Eurostat, das Daten zur subjektiven Lärmbelastung auswertet, stützen sich die von der BAK jährlich herausgegebenen Wohlstandsberichte2 auf objektive Messdaten, die im Zuge der Aktionsplanung gemäß END3 erhoben werden. Die BAK ist überzeugt, dass man nur mit objektiven Daten (und einer entsprechenden Auswertung) den von Verkehrslärm verursachten Problemen auf die Spur kommen kann. In diesem Sinne hat die BAK auch den Ansatz der END und ihre Umsetzung sehr begrüßt, weil der betroffenen Öffentlichkeit seither zum ersten Mal objektive Belastungsdaten zur Verfügung gestanden sind und stehen. Die BAK schätzt auch nach wie vor die Aufbereitung und den Informationsgehalt der seither alle fünf Jahre auszuarbeitenden Lärmkarten4. Deutlich weniger erfreulich sind aber die meisten der von den zuständigen Stellen ausgearbeiteten Aktionspläne5 zu beurteilen, denen es meistens schon an einer eingehenden Analyse der Lärmbetroffenen mangelt. Die veröffentlichten aggregierten Betroffenendaten haben nur sehr beschränkte Aussagekraft. Nur wenn ermittelt wird, wo wieviele Menschen konkret betroffen sind, wo Menschen von besonders starkem 1 WHO – World Health Organisation (2011): Burden of disease from environmental noise. Quantification of healthy life years lost in Europe. http://www.euro.who.int/en/health-topics/environment-and-health/noise/publications/2011/burden-of-disease-from-environmental-noise.-quantification-of- healthy-life-years-lost-in-europe 2 AK-Wohlstandsbericht 2020 - https://www.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/wirtschaft/verteilungsgerechtigkeit/AK_Wohlstandsbericht_2020.html 3 Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Juni 2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm - https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32002L0049 4 https://www.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/umweltundverkehr/umwelt/laermstrahlung/Per_Mausklick_fuer_Laermschutz.html 5 Download der Aktionspläne 2018 - https://www.laerminfo.at/aktionsplaene/ap_2018.html

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.