Full text: Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD)

Seite 3 steuerung („Nachhaltigkeitsstrategie“) effektiv zu verfolgen und verstärkt Nachhaltigkeitsrisi- ken zu adressieren. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass die bisher bestehende „Prüflücke“ geschlossen werden soll. Künftig soll eine – von der BAK immer wieder geforderte – inhaltliche, externe Prüfpflicht etabliert werden, dabei bleibt allerdings ein Wermutstropfen: Vorerst ist nämlich lediglich eine Prüfung mit „begrenzter Zusicherung“ („limited assurance“) vorgesehen. Aus Sicht der BAK braucht es aber bereits mit Inkrafttreten der CSRD die Imple- mentierung einer gleichrangigen Prüfung zur Finanzberichterstattung und zwar mit „hinrei- chender Zusicherung“ („reasonable assurance“). Um eine angemessene Qualitätssicherung der Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten sicherzustellen – im Gleichklang mit der Finanzbe- richterstattung – gilt es nächste Schritte in der Frage der Akkreditierung, Ausbildung, Kompe- tenz und Verantwortlichkeit sowie in der Frage der Unabhängigkeit und Berufung/Abberufung der PrüferInnen zu setzen. Die geplanten Bestimmungen sehen dazu u.a. vor, dass eine (Weiter-)Qualifizierung der PrüfungsdienstleisterInnen wie AbschlussprüferInnen erfolgen soll sowie eine Öffnung für andere Prüfstellen, die Nachhaltigkeitsexpertise aufweisen – sprich zertifizierte ExpertInnen aus dem Nachhaltigkeitsbereich. Diese Maßnahmen sind notwendige Schritte, um Prüfstandards anzuheben und den neuen Nachhaltigkeitsberichten die notwen- dige Konsistenz und Reliabilität zu verleihen. Das Wichtigste in Kürze: Der ambitionierte Richtlinienvorschlag über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unter- nehmen (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD) ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und darf daher keinesfalls verwässert werden. ? Mit der Erweiterung des Anwendungsbereichs wird eine langjährige Forderung der BAK umgesetzt. Darüber hinaus sollte auch das Konzernprivileg, wonach Tochterge- sellschaften von der Berichtspflicht ausgenommen sind, sofern das Mutterunterneh- men einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt, im Rahmen der CSRD fallen. Gerade im Zusammenhang mit der Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards wirkt ein hohes Aggregationsniveau kontraproduktiv. Die BAK fordert daher, dass auch Tochterge- sellschaften in den Anwenderkreis fallen, sofern die Größenkriterien erreicht werden. ? Dem vorliegenden Entwurf zufolge, sollen künftig umfassendere Berichtspflichten zu Umwelt-, Sozial-, und Governance-Aspekten verpflichtend im (Konzern-)Lagebericht und damit im Kern der Rechnungslegung verankert werden. Dies ist sehr zu be- grüßen, denn durch diese verpflichtende Offenlegung im (Konzern-)Lagebericht er- halten Nachhaltigkeitsparameter einen gleich hohen Stellenwert wie Finanzkennzah- len. ? Der Richtlinienvorschlag sieht vor, dass es zu einer verpflichtenden Anwendung von neuen europäischen Berichtsstandards kommen soll, die durch die European Finan- cial Reporting Advisory Group (EFRAG) zu entwickeln sind. Die BAK fordert, dass bei der Erarbeitung dieser Standards jedenfalls Stakeholder-Organisationen (Gewerk- schaften, NGOs) mit Sitz und Stimme einzubinden sind. ? Die von EFRAG zu entwickelnden Standards sollten in möglichst enger Abstimmung mit bestehenden Standards (wie GRI) sowie unter Berücksichtigung laufender Initia- tiven wie jene der IFRS-Foundation entwickelt werden. Durch den vorliegenden Richt- linienvorschlag dürfen bereits bestehende, weitreichendere Berichtsstandards in Mit-

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