Full text: Finanzmärkte (50)

3.1 Ziele
lanz tendenziell zu verschlechtern - VOrallem weil die Importe stei-
gen; die Exporte verändern sich kaum, das heimische Preisniveau rea-
giert nämlich viel zu wenig, um Wettbewerbsvorteile zum Tragen zu
bringen. Für das Brutto-Inlandsprodukt bedeutet schließlich die Zins-
senkung im ersten Jahr eine Erhöhung um 1/3%, nach 5 bzw. 6 Jahren
beträgt der Abstand zur Kontrollösung 1'3%.
Zu diesen Ergebnissen muß allerdings einschränkend darauf hinge-
wiesen werden, daß man mangels Berücksichtigung von Rückwirkun-
gen ober den monetären Sektor daraus nicht schließen kann, Öster-
reich hätte in der Simulationsperiode (1975 bis 1980) durch Senkung
des Zinsniveaus ein höheres Wachstum erzielen können. Ein steigen-
des Leistungsbilanzdefizit hätte vermutlich bei Unterordnung der
Zinspolitik unter die Hartwährungspolitik eine Zinssenkung konter-
kariert.
3. Steuerung der Geldversorgung
In Österreich ist gemäß Art. 10 Abs. 1 Z. 5 BV-G der Bund zur Ge-
setzgebung und Vollziehung in Angelegenheiten des Geldwesens be-
rufen. Der Bundesgesetzgeber hat im Nationalbankgesetz die Oe NB
als "Notenbank der Republik Österreich" erklärt und ihr einen Groß-
teil des geldpolitischen Instrumentariums übertragen. Die Hauptauf-
gaben der OeNB sind im § 2 des Gesetzes über die Oe NB enthalten.
Es sind dies
Regelung des Geldumlaufes in Österreich und Zahlungsausgleich
mit dem Ausland;
Erhaltung des Wertes des österreichischen Geldes in seiner Kauf-
kraft im Inland sowie in seinem Verhältnis zu den wertbeständi-
gen Währungen des Auslandes (§ 2 Abs. 3 OeNB-Gesetz);
Im Rahmen ihrer Kreditpolitik: eine den volkswirtschaftlichen Er-
fordernissen Rechnung tragende Verteilung der von ihr der Wirt-
schaft ZUrVerfügung zu stellenden Kredite.
Sie hat jedoch laut § 4 OeNB-Gesetz bei Festsetzung der allgemei-
nen Richtlinien der Währungs- und Kreditpolitik auf die "Wirt-
schaftspolitik der Bundesregierung Bedacht zu nehmen". Aufgrund
dieser Formulierung sind Zielkonflikte nicht auszuschließen.
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