Full text: Finanzmärkte (50)

durch die Notenbank; im Rahmen der Inlandskomponente stellt die
Notenbank im wesentlichen entweder durch das Instrument der Refi-
nanzierung (Eskont bzw. Lombard) oder mit Hilfe von Offenmarkt-
geschäften Zentralbankgeld Zur Verfügung. Tabelle 3 informiert über
die Komponenten der österreichischen Geldbasis seit 1970. Obwohl
die Auslandskomponente trendmäßig rückläufig war, spielt sie nach
wie vor eine überwiegende Rolle.
3.3 Selektive und globale Geldschöpfung sowie Komponenten der
Zentralbankgelddotierung
Für die selektive Geldschöpfung ist die Verteilung der Zentral-
bankgelddotierung nach Inlands- und Auslandskomponenten von
entscheidender Bedeutung. Selektiv ist eine zentralbankgeldwirt-
schaftliehe Maßnahme dann, wenn sie gezielt (beabsichtigt) nur be-
stimmten Kreditinstituten, Kreditinstitutssektoren oder bestimmten
Verwendungen (z. B. Investitionsfinanzierung) zukommt. Im folgen-
den werden vorwiegend Geldschöpfungsoperationen behandelt, die
zwischen Notenbank und Kreditinstituten abgewickelt werden. Wenn
man die Verteilung der OeNB-Gewinne nicht berücksichtigt, kommt
die direkte Notenbank-Geldschöpfung an private Nichtbanken in
Österreich nicht vor; die direkte Zentralbankgelddotierung der öf-
fentlichen Hand - neben den OeNB-Gewinnausschüuungen - ist
gemäß § 41 Abs. 1 NBG auf 5% der jährlichen Bruuojahreseinnah-
men des Bundes aus öffentlichen Abgaben beschränkt, die sich aus
dem jeweils zuletzt verlautbarten vorläufigen Abgabenerfolg ergeben.
Die zu diesem Zweck begebenen (21/4prozentigen) kurzfristigen Bun-
desschatzscheine werden außerdem überwiegend nicht von der Na-
tionalbank eskomiert, sondern von den Zentral instituten der Kredit-
institutssektoren sowie von der Österreichischen Postsparkasse über-
nommen, weil diese (verzinsten) Papiere zur Haltung des "angerech-
neten" Mindestreserve-Solls verwendet werden können (vgl. § 43
Abs. 6 NBG). Der tatsächliche Umfang der direkten Zentralbank-
gelddotierung zugunsten der öffentlichen Hand ist also relativ gering.
Theoretisch ist jede Art von Geldschöpfung bis zu einem gewissen .
Grad selektiv, weil auch im Fall von global konzipierten Zentralbank-
gelddotierungen bestimmte Kriterien herangezogen werden müssen
(z. B. bei der gegenwärtigen Definition der Refinanzierungsplafonds
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