Full text: Finanzmärkte (50)

2. Die quantitative Struktur der österreichischen Finanzrnlirkte
Auslandstransaktionen an der Geldkapitalbildung und Außenfinan-
zierung, während der Private Sektor im Vergleich mit den beiden
Ländern zurückbleibt, Überdies zeigt sich, daß in der Phase 1972 und
1977 die österreichischen Kreditunternehmungen vergleichsweise den
höchsten Anteil an den finanziellen Transaktionen hatten; mit ihrem
stärkeren Engagement auf den internationalen Finanzmärkten sind
sie auch vornehmlich für das Wachstum der finanziellen Auslands-
transaktionen verantwortlich,
2,1 Eine Übersicht
An Hand der Transaktionsvolumina4) kann die relative Bedeutung
der einzelnen Märkte und ihre Entwicklung im Zeitablauf gezeigt
werden,
Das gesamte Transaktionsvolumen auf den österreichischen Fi-
nanzmärkten betrug in der Zeit von 1960 bis 1983 4,244 Mrd, S, Das
gewaltige Expansionstempo wird aus einem Vergleich der T eilperio-
den deutlich (Tabelle 3), Knapp 90% des Gesamtvolumens entfällt
auf den Zeitraum 1970 bis 1983, wobei allein auf die letzten acht
Jahre 67% entfallen,
Den höchsten Marktanteil (vg1. Tabelle 4) in der Gesamtperiode
erreichten die Auslandstransaktionen mit 32'5%, gefolgt von den
Krediten (29'1 %); mit größeren Abständen reihen sich dann die Ein-
lagen bei den Kreditunternehmen (20'6%) und die festverzinslichen
Wertpapiere (11'3%) an. Auf diesen vier genannten Märkten wurden
93'5% der gesamten finanziellen Transaktionen abgewickelt. Von
den verbleibenden "Klein"-Märkten erreichte das Bargeld 2'1 %, der
Aktienmarkt 1'4%, Erwähnt werden muß, daß sich das Transaktions-
volumen des Geldmarktes, das sich überwiegend im Zwischenbankbe-
reich bewegt, nicht erfassen läßt. Im Zeitablauf ergeben sich unter-
schiedliche Entwicklungsrichtungen der Marktanteile. Vergleicht
man die siebziger mit den sechziger Jahren, so sieht man, daß der
") Ein Transaktionsvolumen auf einem bestimmten Markt erhält man, wenn man die
aktiv- oder passivseitigen Transaktionen der Sektoren in einer bestimmten Transak-
tionsklasse aufsummiert (vgl. Übersicht 3 im Anhang zur GFR).
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