Full text: Übergang zur Marktwirtschaft in Osteuropa (43)

15 und im Bankensektor. Das bedeutet, daß in Österreich die Staatsreglemen¬ tierung einer teils verstaatlichten, aber überwiegend privaten Unterneh¬ merwirtschaft übergestülpt war, die es jetzt in der osteuropäischen Ländern nicht gibt. Ein weiterer bedeutender Unterschied liegt darin, daß damals nicht nur Österreich eine Staatsreglementierung hatte, die langsam abgebaut wurde, sondern praktisch alle anderen Länder auch, also in gewissem Maße sogar diejenigen, die nicht am Krieg teilgenommen hatten. Hier besteht ein ganz grundlegender Unterschied zur Situation in den osteuropäischen Ländern heute, die ihre Liberalisierungsabsichten in einer Umgebung realisieren müssen, die in den westlichen Ländern durch das höchste Maß an innerer und äußerer Freizügigkeit und Mobilität bestimmt ist, die es jemals in der Wirtschaftsgeschichte gegeben hat. Das bedeutet, daß die osteuropäischen Länder heute für die Liberalisierung ihrer außen¬ wirtschaftlichen Beziehungen, aber auch der binnenwirtschaftlichen Vor¬ gänge unter einem wesentlich größeren Zeitdruck steht. Dies trifft selbstverständlich auch auf die Preisstrukturen, auf die Löhne und Gehäl¬ ter und in besonderem Maße auf den Kapitalverkehr zu. Im Hinblick auf das Niveau von Produktion und Lebensstandard sind die osteuropäischen Länder allerdings in einer viel besseren Situation als Österreich in den Jahren nach dem Krieg, als bei uns Not und Elend herrschten und erst das physischen Überleben gesichert werden mußte. Es mag paradox klingen, dürfte aber der Realität entsprechen, daß unmittelbar nach dem Krieg die Marschrichtung "Marktwirtschaft" in Österreich weniger eindeutig war als in unseren osteuropäischen Nachbarländern heute. * In der Tschechoslowakei wird gegenwärtig die Möglichkeit geprüft, die durch die Abschaffung aller Subventionen notwendigen Preiserhöhungen mit

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