Full text: Energieabgabe, Wirtschaftsstruktur und Einkommensverteilung (44)

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In einem multisektoralen Ansatz könnten nun Sektoren, die eher als Preis¬
setzer agieren und solche, die als Preisnehmer agieren, unterschieden
werden, wodurch sich der entsprechende Grad der Überwälzung für die
I-O-Analyse modellieren ließe. Jene Sektoren (Preisnehmer), die selbst
nicht überwälzen können, aber in hohem Ausmaß durch Vorleistungen des
durch Preissetzerverhalten charakterisierten geschützten Sektors belastet
würden, müßten daher Gewinneinbußen hinnehmen. Die Höhe dieser Gewinnein¬
buße ist ein Residuum und wird durch Gleichung 6. bestimmt.
In den Gleichungen 5. und 6. wird versucht, nur teilweises Weiterwälzen
von Kostenerhöhungen im Rahmen der I-O-Analyse zu modellieren. Dafür wird
zunächst angenommen, daß der direkte Preiseffekt et2 jeweils in Höhe des
Parameters et weitergegeben wird. Daraus ergibt sich nach Multiplikation
mit der Leontief-Inversen (I - A1) 1 ein kumulativer Preiseffekt, der nun
seinerseits nur mit dem dem Monopolgrad des jeweiligen Sektors entspre¬
chenden a weitergegeben werden kann. Der andere Teil dieses gesamten
Preiseffektes muß daher aus den Gewinnen getragen werden.
Zur Frage des Preisverhaltens der österreichischen Unternehmen in einem
multisektoralen Ansatz liegt mit einer Studie von Dockner/Sitz (1986) eine
neuere empirische Untersuchung vor. Darin werden Preisgleichungen ge¬
schätzt, die sowohl einen Aufschlag auf die variablen Kosten (Preissetzer)
als auch die Orientierung an den Preisen der Konkurrenten (Preisnehmer)
enthalten. Vereinfacht gesagt wird getestet, ob oligopolistisches Ver¬
halten wie im Cournot-Modell, monopolistisches Verhalten oder ein Konkur¬
renzmarkt vorliegt. Für den Fall eines Konkurrenzmarktes wird - wie das
für die internationale Wirtschaft oft postuliert wird - die Hypothese des
"law of one price" spezifiziert und separat empirisch getestet.
        

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