Full text: Energieabgabe, Wirtschaftsstruktur und Einkommensverteilung (44)

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Inzidenzanal yse (10) beeinflussen Steuern die personelle Einkommensver¬
teilung in zweifacher Weise. Zum einen ergibt sich aus dem Rückgang des
real verfügbaren Einkommens ein Einkommenseffekt, zum anderen resultieren
aus Änderungen in den Preisrelationen im Zuge der Steuerüberwälzung
Allokationseffekte. Wie bei allen Verbrauchsteuern hängen sowohl die
"unmittelbare" als auch die "mittelbare" Inzidenz von der Einkommensela¬
stizität der betroffenen Produkte bzw Verbrauchsausgaben ab. Die Frage der
"mittelbaren" Inzidenz könnte letztlich nur modellmäßig mit expliziten
Verhaltensrelationen auf der Angebots- und Nachfrageseite beantwortet
werden. Hier wird lediglich der Einkommenseffekt einer Prirnärenergieabgabe
aufgrund der teureren Energie im Haushaltssektor und aufgrund der Preis¬
steigerungen bei Konsumgütern untersucht.
Dafür wird, ähnlich wie bei Lager (1985, 1987), ein Modell des privaten
Konsums und der personellen Einkommensverteilung auf Haushaltsebene
konstruiert, das im wesentlichen auf einer Zusammenführung der Konsumer¬
hebung 1974 mit der VGR 1983 beruht (11). Mit diesem Modell, des privaten
Konsums 1983 ist es einerseits möglich, die Verteilungseffekte von Steuern
zu untersuchen, wie es zB Guger (1987) für das österreichische Umsatz- und
Verbrauchsteuersystem gemacht hat, andererseits lassen sich die Effekte
verschiedener Steuern und Transfers auf die verfügbaren Einkommen und
damit auf Konsum und gesamtwirtschaftliche Nachfrage quantifizieren (vgl
dazu: Farny/Kratena/Roßmann (1988)).
Eine PEA hat nun direkte und indirekte Belastungswirkungen im privaten
Konsum, die verschiedene Einkommensstufen verschieden stark (in % des
Einkommens) treffen (Verteilungseffekt) und dadurch auf jeder Einkommens¬
stufe einen unterschiedlichen Rückgang des verfügbaren Einkommens und des
        

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