Full text: Energieabgabe, Wirtschaftsstruktur und Einkommensverteilung (44)

kkompensieren können, ohne daß das Ergebnis genau bestimrröar wäre. Durch
eine Steuer ist diese "Feinsteuerung11 zwar auch unmöglich, aber in diesem
Ausmaß auch gar nicht nötig, da die Strategie der Emissionsminderung den
Akteuren überlassen wird. Eine "Inputsteuer" für Energie zur Emissions¬
minderung könnte gegenüber gewissen Emissionsrückhaltemaßnahmen ("end of
pipe technologies") als weniger effizient gesehen werden, mit Hilfe derer
die Emissionsminderung ohne Verringerung des Energieinputs möglich wäre.
Vom umweltpolitischen Gesichtspunkt ist dieses Argument jedoch nur wirk¬
sam, soweit durch die genannten Maßnahmen tatsächlich die Recyclierung des
Schadstoffes in den Produktionskreislauf gelingt, ohne daß Umweltprobleme
an anderen Stellen oder in anderen Umweltmedien (Wasser, Boden) entstehen.
Letztlich hängt es vom Schadstoff, von den zur Verfügung stehenden Tech¬
nologien und von den administrativen Gegebenheiten ab, ob eine Umwelt¬
steuer oder eine "end of pipe technology" ziel führender ist. Während zB
für die Reduktion von NO^ und CO im Straßenverkehr ein forcierter Kataly¬
satoreinsatz effizienter erscheint als eine Erhöhung der Mineralöl Steuer,
so ist für eine CO^-Reduktion, für die eine Emissionsrückhaltetechnologie
nicht zur Verfügung steht, eine Preiserhöhung des jeweiligen Energieträ¬
gers wohl der einzige Weg. Eben dieses Kohlendioxid zählt neben Methan
(CH^), Di Stickstoffoxid (N20), Ozon und Fluorchl orkohlenwasserstoffen
(FCKW) zu den Treibhausgasen, deren Konzentrationsanstieg in der Atmo¬
sphäre eine geringere Abstrahlung der Wärme und damit eine Erwärmung der
Erdoberfläche bewirkt.
Seit 1960 ist die CO^-Konzentration in der Atmosphäre von 315 ppm (parts
per million) auf 348 ppm gestiegen, wofür in erster Linie die zunehmende
Verbrennung fossiler Brennstoffe verantwortlich gemacht werden kann (2).
Die Modellierung des globalen CO^-Zyklus und dessen Einfluß auf das
        

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