Full text: Arbeitszeitentwicklung und Arbeitszeitpolitik (47)

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Diskussion stehenden Modelle neuer Arbeitszeitformen sollten
dabei fUr Österreich nur jene weiterverfolgt, erprobt und einge-
führt werden, die mit den österreichischen Gegebenheiten in Ein-
klang zu bringen sind. Diese Einschränkung soll einer Verunsi-
cherung' insbesondere unter den Arbeitnehmern, vorbeugen, und
eine Verhärtung der Fronten zu einem Zeitpunkt verhindern, in
dem das Gespräch und die sachliche EinschätZung der Pro- und
Kontraargumente besonders wichtig sind. Es soll weder auf der
Arbeitnehmerseite das Gefühl entstehen, daß der Arbeitnehmer-
schutz im Arbeitszeitrecht vor seiner Demontage steht, noch soll
die Arbeitgeberseite den Eindruck haben, daß ihren aus der be-
trieblichen Praxis kommenden Reformvorschlägen keinerlei Ver-
ständnis entgegengebracht wird.
c) Formen, die den erwähnten Arbeitnehmerschutz in Frage stellen,
sind etwa Arbeitszeitregelungen, bei denen auf eine vorhersehbare
Arbeitszeiteinteilung zugunsten eines weitgehend unbeschränkten
Weisungsrechtes des Arbeitgebers je nach Arbeitsanfall und zu-
gunsten von Bereitschanszeiten verzichtet wird (kapazitätsorien-
tierte variable Arbeitszeit - KAPOVAZ).
Auch in Form der Arbeitsplatzteilung mit gegenseitiger Vertre-
tungspflicht (Job-sharing) ist auf Grund der vielen offenbar noch
nicht gelösten juristischen Probleme und dem weitgehend fehlen-
den praktischen Bedurfnis nicht näher in Diskussion zu ziehen.
d) Andere, zum Großteil bereits praktizierte Formen flexibler Ar-
beitszeiten können dagegen offensichtlich ohne größere Probleme
geregelt werden, soferne auf Kollektivvertragsebene Einverneh-
men erzielt wird bzw. die Mitsprache der innerbetrieblichen Ar-
beitnehmervertretung gewährleistet ist und denkbare Streitfragen
in Form von Betriebsvereinbarungen gelöst werden. In Betrieben,
in denen kein Betriebsrat (keine Personalvertretung) zu errichten
ist, sind an Stelle von Betriebsvereinbarungen gleichwertige indivi-
duelle Vereinbarungen abzuschließen. Dazu gehören unter ande-
rem die gleitende Arbeitszeit mit und ohne Kernzeit, das Einarbei-
teh von Fenstertagen zwischen den Feiertagen tiber längere Zeit-
räume sowie Staffelarbeitszeiten und bestimmte neue Schichtfor-
men, die das Ziel verfolgen, individuelle Arbeitszeiten und Ma-
schinenlaufzeiten voneinander abzukoppeln.
e) Auch die Ermöglichung eines gleitenden übergangs in den Ruhe-
stand wäre zu überlegen, wenn die pensionsrechtlichen und ar-
beitsrechtlichen Voraussetzungen (z. B. hinsichtlich der Ansprü-
        

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