Full text: Arbeitszeitentwicklung und Arbeitszeitpolitik (47)

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strie ein Kompromiß zwischen den zuständigen Gewerkschaften, die
die Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden forderten,
und den Arbeitgeberverbänden erzielt: In beiden Branchen wird bun-
desweit ab 1. April 1985 die wöchentliche Arbeitszeit von 40 auf 38'S
Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzt, Beide Tarifverträge las-
sen jedoch - wenn betriebliche Gründe dies erfordern - flexible Ar-
beitszeitregelungen zu, die durch Betriebsvereinbarungen zu regeln
sind. In der Metallindustrie können für Teile des Betriebes, für Grup-
pen von Arbeitnehmern oder für einzelne Arbeitnehmer abweichende
Arbeitszeiten zwischen 37 und 40 Stunden vereinbart werden. Dabei
muß jedoch die tarifliche Arbeitszeit von 38 Stunden pro Woche im
Durchschnitt von 2 Monaten erreicht werden. In der Druckindustrie
sind aus betrieblichen Gründen Arbeitszeitverteilungspläne mit un-
gleichmäßiger Verteilung der Tages- und/oder Wochenarbeitszeit
zulässig, Auch hier ist jede abweichende Arbeitszeitverteilung durch
Betriebsvereinbarung festzulegen.
Bereits 1983 haben sich die Tarifparteien der deutschen Chemie
auf ein arbeitszeitverkürzendes Paket geeinigt, das allerdings nur für
einen geringen Teil der Beschäftigten Gültigkeit hat: Arbeitnehmer,
die 58 Jahre und älter sind, arbeiten bis September 1984 jede zweite
Woche nur 36 Stunden, ab September 1984 gilt für sie generell die
36-Stunden-Woche, Betroffen von dieser Regelung sind rund 8% der
600,000 deutschen Chemiebeschäftigten. Für dieses Zugeständnis hat
die IG-Chemie die 40-Stunden-Woche für alle übrigen Arbeitnehmer
bis Ende 1987 festgeschrieben,
Neben den oben angeführten Tarifverträgen mit bundesweiter Gel-
tung wurden bis Mitte 1984 in verschiedenen Branchen Tarifverträge
mit arbeitszeitverkilrzenden Regelungen abgeschlossen, die jedoch
nur regionale Geltung haben, Unter anderem wird in der Eisen- und
Stahlindustrie von Nordrhein-Westfalen, Bremen und Osnabriick die
wöchentliche Arbeitszeit ab 1. Oktober 1984 von 40 auf 38 Stunden
verkürzt. In der holzverarbeitenden Industrie in Rheinland-Pfalz
wird ab anfangs 1985 die Wochenarbeitszeit auf 38'S Stunden herab-
gesetzt, wobei eine F1exibilisierung zwischen 36 und 41 Stunden mög-
lich ist,
Insgesamt wurde im ersten Halbjahr 1984 für 4 Millionen deutsche
Arbeitnehmer die Wochen arbeitszeit auf unter 40 Stunden verkürzt,
Für weitere 5'5 Millionen stehen entsprechende gewerkschaftliche
Forderungen noch vor Verhandlungen,
In I tal i e n wurde anfangs 1983 eine neue Arheitskostenvereinha-
        

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