Full text: Arbeitszeitentwicklung und Arbeitszeitpolitik (47)

30 rung von den Sozialpartnern des privaten und öffentlichen Sektors und der Regierung unterzeichnet. Ein Teil der Vereinbarung betrifft Arbeitszeitregelungen, die in die neuen Branchentarifverträge einbe- zogen werden sollen. Bis zu einem gewissen Grad sind derartige Ver- träge in der Zwischenzeit bereits abgeschlossen worden. Der Verein- barung zufolge wird die Jahresarbeitszeit in der zweiten Hälfte des Jahres 1984 um 20 Stunden und in den folgenden sechs Monaten um weitere 20 Stunden verkürzt. Im öffentlichen Sektor beläuft sich die wöchentliche Arbeitszeit im allgemeinen auf 36 Stunden; gewisse Dienstleistungssektoren (Ban- ken, Versicherungen, Verkehrsunternehmen, Fernmeldewesen) haben wöchentliche Arbeitszeiten von 37'5 Stunden. In der Textilindustrie gilt die 36-Stunden-Woche im Gesamtbereich der Baumwoll- und Wollverarbeitung (6-Tage-Woche; 6 Stunden täglich). In G roß b r i t a n nie n wurde in den meisten Branchen seit 1980 die Wochenarbeitszeit von 40 auf 39 Stunden verkürzt, einige Sekto- ren sind noch weiter gegangen. Weniger als 39 Stunden arbeiten un- ter anderem die Chemiebeschäftigten (38 Stunden; ICI: 37'5 Stun- den), die Beschäftigten im Druckereigewerbe (37'5 Stunden), in der ElektrizitätsVersorgung (37 Stunden) und bei den Eisenbahnen (37-39 Stunden) sowie das Pflegepersonal (37'5 Stunden). Nichtma- nuell tätige Arbeitnehmer arbeiten generell weniger als manuell tätige (1982 im Durchschnitt 37-37"5 Stunden). Nach Angaben des TUC fielen 1982 etwa 6'5 Millionen Arbeitnehmer mit manuellen Tätigkei- ten unter Tarifverträge mit einer festgelegten Wochenarbeitszeit unter 40 Stunden. Den Trend zur ArbeitszeitverkUrzung nicht gefolgt sind die Sektoren Nahrungsmittel und Getränke, Textil und Bekleidung. 1982 wurde in Sc h w e den ein neu es Arbeitszeitgesetz verab- schiedet, das die bisher verstreuten gesetzlichen Arbeitszeitregelun- gen vereinheitlichte, die Bestimmungen zur Normalarbeitszeit von 40 Stunden blieben jedoch unverändert. In einigen Dienstleistungsberei- chen wird jedoch weniger als 40 Stunden gearbeitet, z. B. 38'5 Stun- den bei den Banken, 38% Stunden bei den Versicherungen. Ähnli- ches wie für Schweden gilt für No r weg e n: 38 Stunden fUr Be- dienstete bei der Post. In F i n n Ian d arbeiten Angestellte 37'5 Stun- den pro Woche, Beamte und im öffentlichen Gesundheitsdienst Be- schäftigte 36 Stunden. 1984 einigten sich der Dachverband der finni- schen Arbeitergewerkschaften und der Arbeitgeberverband in einem zentralen Tarifrahmenvertrag darauf, die Jahresarbeitszeit ab 1986 um 32 Stunden zu verkUrzen.

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