Full text: Arbeitszeitentwicklung und Arbeitszeitpolitik (47)

141/2 bis 15 Krankenstandstage je Beschäftigten im Jahr (Sozial- versicherung), davon entfallen rund 11 auf Arbeitstagei). 1/2 Stunde Kurzarbeit (1'2 Millionen Ausfallstunden) und 3 Stun- den Arbeitsausfall durchSchlechtwetter je Beschäftigten (7 Mil- lionen Ausfallstunden). Nach dieser Berechnungsmethode beträgt die geleistete Arbeitszeit je Beschäftigten 1.802 Stunden im Jahr bzw. 34'6 Stunden pro Woche (siehe Übersicht). In dieser Stundenzahl sind auch Arztbesuche, Be- hördenwege usw. enthalten, die im Durchschnitt schätzungsweise 15 Stunden pro Jahr ausmachen. (Quelle: Eigenberechnung auf Basis der Arbeitskostenerhebung der Bundeswirtschaftskammer bzw. WIFI-Merkblatt »Nebenkosten".) Die zweite Methode geht von der Haushaltsbefragung aus, die viermal jährlich im Rahmen des Mikrozensus durchgeführt wird. Die Unselbständigen haben für die jeweiligen Befragungswochen (März, Juni, September, Dezember) angegeben, 37"1 Arbeitsstunden im Jahr 1982 (36'9 Stunden 1981) geleistet zu haben. Dabei sind allerdings die Ausfallzeiten (Urlaub, Feiertage) unterrepräsentiert, weil die Be- fragung nicht in den Haupturlaubsmonaten stattfindet. Außerdem sind diese Angaben durch Teilzeitbeschäftigte verzerrt. Geht man von der Annahme aus, daß Urlaub und Feiertage nur zu einem Viertel er- faßt sind und die Teilzeitbeschäftigten (8% der unselbständig Be- schäftigten) die halbe Normalarbeitszeit leisten, ergibt sich nach die- ser Methode eine Jahresarbeitszeit von 1.808 Stunden bzw. 34'7 Stun- den pro Woche. Die dritte Methode bleibt auf die Industrie beschränkt. Die gelei- stete Arbeitszeit je Industriearbeiter wird um den Teilzeiteffekt berei- nigt. (In der Industrie dürfte der Anteil der Teilzeitbeschäftigten nur etwa halb so hoch wie in der Gesamtwirtschaft sein.) Es ergibt sich dann eine Jahresarbeitszeit von 1.772 Stunden je Industriearbeiter (34'0 Stunden pro Woche). Die ersten beiden Methoden weisen eine überraschend hohe Über- 1) In der Krankenstandsstatistik sind jene Krankheitstage nicht ertaßt, für die keine ärztliche Bestätigung vorgelegt wird. Das betrifft rund ein Fünftel der Kurzkranken- stände (Entgeltfortzahlung) und damit nur einen relativ geringen Prozentsatz der ge- samten Krankenstandstage. Die Ergebnisse der Sozialversicherungsstatistik werden durch eine Mikrozensusbefragung (1978) bestätigt: 5'4% der Beschll.higten waren in den befragten 14 Tagen durchschnIttlich 11 Tage krank. Im Durchschnitt sind rund 4!j2% bis 5% der Unselbständigen im Krankenstand, das entspricht einer Jahresar- beitszeit von 85 bis 90 Stunden bzw. 11 Arbeitstagen. 8

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