Full text: Umweltpolitik (51)

2.1.1. Die land- und /orstwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft als Ökosystem besonderer Art 2. Land~ und Forstwirtschaft 2.1. Positive externe Effekte der Land~ und Forstwirtschaft Die Landschaft Österreichs präsentiert sich als Kulturlandschaft, die aus der Auseinandersetzung des Menschen mit seinem Lebens- raum entstanden ist. Sie wird heute als natnrlich und selbstverständ~ lich empfunden, obwohl sie das Ergebnis der Nutzungs-, Bebauungs- und Pflegemaßnahmen der letzten Jahrhunderte ist. Der größte Teil der bisherigen Veränderung der Landschaft wird im allgemeinen als notwendig und richtig erachtet. Große Teile der bestehenden Kultur+ landschaft Österreichs werden zu den reizvollsten Europas gezählt. Die land- und forstwirtschaftlichen Flächen repräsentieren ein Ökosystem besonderer Art (Agrarökosystem). Das Erscheinungsbild der Kulturlandschaft wird durch ein kausales Wirkungsgefüge der Landschaftsfaktoren geprägt. Faktoren, wie etwa Klima und Zusam- mensetzung der bodennahen Luftschichten, Wasserhaushalt, Boden, Pflanzen und Tierwelt, unterliegen einem dauernden Wandel, der mehr oder minder stark durch die sich laufend ändernden Interessen der menschlichen Gesellschaft bewirkt wird. Agrarökosysteme kön- nen - wie alle Ökosysteme - nur dann langfristig stabil sein, wenn die Grenzen der Einflußfaktoren nicht überschritten und die im fol~ genden kurz angeführten naturgesetzlichen Eigenschaften von Öko+ systemen eingehalten werden: o Die Natur arbeitet stets mit weitgehend geschlossenen Kreisläu+ fen ohne Bedarf an Energiezufuhr durch den Menschen. o In größeren natürlichen Gefügen stehen Absterben und Geboren- werden von Lebewesen, Gesamtverbrauch und Produktion von Stoffen und Energie in einem Gleichgewicht. Dieses ist nicht starr, sondern in Grenzen dynamisch (= anpassungsfähig). o Natürliche Gefüge weisen in Anpassung und Entwicklung große Stabilität auf. Änderungen erfolgen nur ganz langsam. o Durch Eigenregulation besitzen intakte natürliche, naturnahe und gesellschaftliche Systeme die Fähigkeit, nach Störungen das Gleichgewicht wieder herzustellen. o Schockartiger Außeneinfluß führt zwar unter Umständen zum 100

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