Full text: Umweltpolitik (51)

2.1.3. In/rastrukturleistungen der Land- und Forstwirtschaft
Die Kulturlandschaft bietet die Grundlage für den Erholungsraum,
der sowohl für die Ballungszcntren als auch für den Fremdenverkehr
von entscheidender Bedeutung ist. Dazu gehört sehr wesentlich die
Schaffung und Zurverfügungstellung der notwendigen Infrastruktur.
Das Wegenetz, Schutzbauten, Verkehrs- und Telefonverbindungen
werden unter hohem Aufwand, teilweise durch die Land~ und Forst-
wirtschaft, errichtet und erhalten und dienen über ihren primären
Zweck hinaus der gesamten Bevölkerung und dem Fremdenverkehr.
Mögliche Konflikte einer rein ökonomisch betriebenen Land- und
Forstwirtschaft mit Forderungen, die an eine Erholungslandschaft ge-
steilt werden, sind sicher nicht zu leugnen. Eine reine Naturland-
schaft wird zumeist als schlechtere Erholungslandschaft empfunden
als unsere gegenwärtige ländliche Kulturlandschaft. Eine gedeihliche
Zusammenarbeit zwischen Land- und Forstwirtschaft einerseits und
ausschließlich auf Landschaftspflege ausgerichteten Organisationsfor-
men anderseits wird im einzelnen gegenseitiges Verständnis und auch
des öfteren Konzessionen erfordern, wobei anzuerkennen sein wird,
daß die Tätigkeit der Land- und Forstwirtschaft an ökonomischen
Maßstäben ausgerichtet ist und auch Beiträge zur Landschaftspflege
unter dieser Prämisse stehen müssen.
Die Land- und Forstwirtschaft bereitet eine wesentliche Grundlage
für den Fremdenverkehr. Ohne Bewirtschaftung der Flächen fehlt die
Attraktivität und damit die Basis fUr den Fremdenverkehr im ländli-
chen Raum. Insbesondere durch die Erhaltung der Vielfalt und
Eigenart einer Landschaft wird eine Steigerung des Erholungswertes
erzielt. Weitere Bezugspunkte zum Fremdenverkehr sind im entspre-
chenden Kapitel behandelt.
In verschiedenen Diskussionen wurde immer wieder auf die Frage
der Mindestbesiedlung und der Erhaltung des Siedlungs raumes hin-
gewiesen. Diese Frage ist im engen Zusammenhang mit der Erhaltung
der Kulturlandschaft zu sehen und weist auf volkswirtschaftliche Zu-
sammenhänge und Interessen hin.
Geordnete Bodenbewirtschaftung sichert in der Regel den Wasser-
haushalt und verhindert Verkarstung und Versteppung. Durch die
Erhaltung und Steigerung der dauerhaften Nutzungsfähigkeit von
NaturgUtern, wie Boden und Wasser, sichert die Land- und Forst-
wirtschaft die Existenzgrundlage fUr Menschen und Tiere.
Der Boden und die Pflanzen sind in der Lage, bis zu einem gewis~
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