Full text: Umweltpolitik (51)

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Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen und UV-Licht gebildeten Pho-
tooxidantien einschließlich Ozon sind für Pflanzen toxisch.
Säuredepositionen (nasse Deposition von Schadstoffen aus der
Luft bzw. von kontaminierten Pflanzen) können zu Störungen im
Bodenbereich wie auch im Nä.hrstoffkreislauf und im Stoffwech-
sel der Pflanzen führen.
Durch die Ansä.uerung der Böden gelangen vermehrt Schwerme-
tal1e in den Wasserkreislauf. Als gravierendstes Folgeproblem ist
jedoch die Freisetzung phytotoxischer Aluminiumionen im Boden
anzusehen. Dadurch wird langfristig der Wald in seinem Bestand
gefährdet. Großrä.umige Untersuchungen weisen auf die zuneh-
mende Bodenaciditä.t und Bodendegradation hin. Untersuchun-
gen der Auswirkungen auf Ackerböden werden durchgeführt. Die
bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, daß bereits seit Jahren
ein Teil der sich aus Bodenuntersuchungen als notwendig erwei-
senden Düngeraufwendungen sich aus der erforderlichen Neutra-
lisierung dieser Effekte ergeben hat.
Unsachgemäßer Chemikaliengebrauch verschiedenster Art im täg-
lichen Leben (z. B. Insektensprays, Holzschutzmittel, Pflanzen-
schutzmittel, Motoröl, Batterien etc.) kann außerhalb der eigentli-
chen Anwendungsbereiche schä.dliche Wirkungen auf die Agrar-
ökosysteme haben.
Siedlungsabfäl1e können mit zunehmendem Wohlstand zu einem
grundlegenden Problem in qualitativer und quantitativer Hinsicht
werden. Hier sei insbesondere auf die Problematik der unschädli-
chen Entsorgung von Klärschlamm und "wilden Deponien" etwa
entlang von Verkehrswegen hingewiesen.
Siedlungsabwässer im Streusiedlungsbereich ohne Anschluß an
Kanalisation und Kläranlagen stellen ein weiteres Problem dar.
Naturnahe Entsorgungsverfahren bieten sich hiefür an.
Die Zusammenhänge von der Emission von Schadstoffen über de-
ren Transmission in der Atmosphäre, die Immission bis hin zur
Schadwirkung auf Vegetation und Boden sind komplex und in ihren
Details zum Teil noch nicht vollständig erforscht. Durch Zusammen-
wirken mehrerer Schadstoffe kann es zu Synergismen bzw. Multipli-
kationseffekten kommen. Abgesehen von der direkten Schädigung
von Vegetation und Boden werden durch schädliche Luftverunreini-
gungen häufig auch sekundär auftretende Schä.den bewirkt, wie bei-
spielsweise eine nachteilige Veränderung der Frostresistenz oder auch
der Trockenresistenz. Durch das Hinzutreten schä.dlicher Luftverun-
        

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