Full text: Umweltpolitik (51)

4.2. Die Einstellung der Verbraucher oder Verfahren sind sicherlich der geeignete Weg, um allgemeine In- teressen in der Sphäre der Produktion wirksam zu machen. Ähnliches trifft auch auf den Verbraucher zu: Konsumenten sind im allgemeinen bestrebt, ihre Kosten-Nutzen-Relation zu optimieren. Umweltfreundliche Verhaltensweisen, die beim privaten Konsum an- setzen wollen, haben wohl kaum eine große Chance, wenn zum einen das Angebot an umweltbeeinträchtigenden GUtem vorhanden ist, zum anderen keine entsprechend durchsetzbaren Allgemeininteressen oder keine entsprechenden Preis nach teile vorliegen. Es hat auch für den Konsumenten ~ wie für jedes andere Wirt- schaftssubjekt ~ zu gelten, daß er für soziale Kosten, die sein Kon- sumverhalten verursacht, auch aufzukommen hat. Wenn man davon ausgeht, daß das Angebot verbrauchsgerecht ist, so ist der Verbrau- cher der Verursacher aller Umweltbelastungen. Nachfragesteuernde Instrumente haben die Funktion, diese Verursachung bewußt zu ma- chen. Die Einstellungen der Menschen weisen recht deutlich in eine um- weltbezogene Richtung. So wären etwa 62% der österreichischen Be- völkerung bereit, bei konkreten Problemen (die Umweltschutzfragen betreffend) selbst aktiv mitzuarbeiten (Umweltschutz und Öffentlich- keit 1982). Diese Bereitschaft ist vor allem von der Bildung der einzelnen ab- hängig ~ die Bereitschaft, sich selbst zu engagieren, steigt mit stei- gender Schulbildung; auffällig ist auch, daß die unter 60jährigen diese Bereitschaft in einem relativ homogenen hohen Maß aufweisen (rd. 70%), während es bei den über 60jährigen einen recht tiefen Bruch in der Bereitschaft gibt (hier sind es nur mehr 37%). Diese Bereitschaft scheint relativ konsistent zu sein. So sprechen sich etwa 56% für ein Verbot von Kunststoffflaschen, Getränkedosen u. dgl. aus - auch dann, wenn sich das Getränk dadurch für den Verbraucher verteuern sollte. Die Bereitschaft, einen finanziellen Bei- trag zum Schutz der Umwelt zu leisten, ist in der Mehrheit der öster- reichischen Bevölkerung vorhanden. 53% der österreichischen Bevöl- kerung wären unter Umständen bereit, monatlich eine Abgabe bzw. Steuer zu bezahlen, wenn dieses Geld ausschließlich und direkt dem 116

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