Full text: Umweltpolitik (51)

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z. B. die Bereitschaft, für gesicherte, längere Lebensdauer auch einen
höheren Preis zu bezahlen usw., recht ausgeprägt.
Meinungsforschungen zeigen ein gewisses Mißtrauen in die Fähig-
keit der staatlichen Einrichtungen und der Gesellschaft, Umweltfra-
gen zufriedenstellend zu lösen. Insbesondere die bildungsmäßig ge~
hobenen Bevölkerungsgruppen und die jüngeren Menschen sind hier
unzufrieden (Wurzeln 1981). Dabei wird ein Großteil der Verant-
wortung, für eine saubere und geschützte Umwelt zu sorgen, dem
Staat zugewiesen: So antworteten beispielsweise (Umweltschutz und
Öffentlichkeit 1982) in der Frage-Ausprägung "soll auf alle Fälle
durchgeführt werden": 52% - Errichtung von großräumigen Natur-
schutzzonen, 85% - Verschärfung der gesetzlichen Vorschriften für
Betriebe bezogen auf Abwässer und Abgase, 60% - gesetzliche Ver~
pflichtung zum Bau von Abwasserkläranlagen für Gemeinden. Dage-
gen vergleichsweise nur 22% - Verzicht auf den Bau von Wasser-
kraftwerken, wenn damit das Landschaftsbild stark beeinträchtigt
wird.
Die Bevölkerung scheint in einem relativ hohen Maß bereit, Um-
weltschutzmaßnahmen zuzustimmen, auch wenn damit in das eigene
Verbrauchsverhalten eingegriffen wird und entsprechende Kosten für
den einzelnen Verbraucher damit verbunden sind. Man ist sogar
mehrheitlich zu einer aber zweckgebundenen Umweltschutzabgabe
bereit. Wichtig erscheint die Verstehbarkeit derartiger operativer In-
strumente. Das Preisbewußtsein der Verbraucher und auch damit das
Kosten-Nutzen-Verständnis hat in den letzten Jahren sicherlich kräf-
tig zugenommen; zugleich scheint das Verständnis für sozialen Aus-
gleich und Verursacher- Beziehungen recht ausgeprägt zu sein. Das
legt den Schluß nahe, daß alle jene Maßnahmen, die direkt "greifen",
die also einem Verursacherprinzip entsprechen, durchaus eingesehen
werden würden: etwa eine preisliche Belastung jener Güter, die um-
weltproblematisch sind.
4.3. Umweltbezogene Probleme des Verbrauches
Der Verbraucher tritt heute in den überwiegenden Fällen einem für
ihn zunehmend unübersehbaren Güter- und Dienstleistungsangebot
gegenüber. Vielfach gehen die Verbraucher dabei von der "unter-
schwelligen" Annahme aus, daß die angebotenen Produkte geltenden
        

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