Volltext: Umweltpolitik (51)

bende Deckungslilcke in den wasserarmen Monaten zu schließen. Er-
schwerend kommt hinzu, daß diese wasserarmen Monate vorwiegend
in der kalten Jahreszeit mit dem dann erhöhten Energiebedarf zusam-
menfallen.
Durch eine Anpassung der Verbrauchsstruktur an das Angebot von
Fernwärme und Elektrowärme sowie durch eine Vergleichmäßigung
des Bedarfes Uber die Tageszeit kann eine bessere Kontinuität des
Wärmekraftwerkseinsatzes erreicht werden. Damit können Umwelt-
belastungen reduziert und die Reinigungs- und Filteranlagen der
Wärmekraftwerke optimal eingesetzt werden.
Im Bereich der E-Wirtschaft ist die Primärenergieversorgung bei
Kohle auf langfristigen Verträgen aufgebaut und kann daher nicht in
nennenswertem Maß auf Gas umgestellt werden, umsomehr als durch
den vorgesehenen Wasserkraftwerksausbau, Stromimporte und
Tausch von freier Sommerenergie gegen Winterstrom der Einsatz der
kalorischen Kraftwerke insgesamt zurückgenommen wird. Gas-ÖI-
kraftwerke werden zur Zeit überwiegend mit Erdgas betrieben.
5.3.2. Wasserkraftwerke
Das Energiepotential der Wasserkräfte ist den wertvollsten Natur-
schätzen Österreichs zuzuordnen und stellt auf Grund seiner Erneu-
erbarkeit gleichzeitig die wichtigste heimische Energiequelle dar.
Selbst bei zurückgehenden Fördermengen reichen die heute bekann-
ten Vorräte Österreichs an fossilen Energieträgern nur mehr 20 bis
30 Jahre aus. In weiterer Zukunft wird die heimische Primärenergie-
basis vorwiegend durch die Nutzung des Wasserkraftpotentials gebil-
det werden. Im Jahr 1983 war das nach wirtschaftlichen Kriterien
ausbauwUrdige Wasserkraftpotential Österreichs (53.700 Gigawatt-
stunden pro Jahr) zu ca. 60% in Betrieb oder in Bau; für 21.500 Giga-
wattstunden pro Jahr liegen Projekte vor.
Wasserkraftwerke belasten Luft, Wasser und Boden nicht mit
Schadstoffen. Je nach ihren grundsätzlichen Konstruktionsmerkma-
len treten jedoch auch verschiedene Auswirkungen auf Natur und
Landschaft auf. Man unterscheidet zwischen Niederdruckanlagen
oder Laufkraftwerke fUr die laufende ungeregelte Nutzung des zu-
fließenden Wassers (bei Schwellbetrieb ist allerdings eine gewisse Re-
gelung möglich) und Hochdruckanlagen oder Speicherkraftwerken,
deren Zuflüsse mit Hilfe eines Speichers geregelt werden können.
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