Full text: Umweltpolitik (51)

tensiv auch mit den Folgen von Störfällen, bei denen postuliert wird, daß die Kühlung des Reaktorkerns nicht in ausreichendem Maße si- chergestellt ist und totales oder teilweises Kernschmelzen auftritt. In diesem Fall würden große Mengen von radioaktiven Stoffen in das Reaktordruckgefäß freigesetzt werden. Ein solcher Störfall hat sich im Kernkraftwerk Three Mile Island (TM I) nach Kühlmittelverlust und nachfolgendem teilweisem Schmelzen von Brennstäben ereignet. Bekanntlich war jedoch die Freisetzung von radioaktiven Stoffen an die Umgebung nur geringfü- gig und die Auswirkung dieses Unfalles auf die Bevölkerung nicht von radiologischer Relevanz. Erst wenn man bei der Störfallmodellierung noch einen Schritt weiter geht und Annahmen trifft, die auch ein Versagen des Reak- tordruckbehälters und des Sicherheitsbehälters nach sich ziehen, würde eine Freisetzung von größeren Mengen radioaktiver Stoffe an die Umgebung möglich werden. Der Eintritt derartiger Unfallabläufe ist jedoch so unwahrscheinlich, daß hiefür die Bezeichnung "hypothe- tisch" gerechtfertigt ist. Doch selbst in diesem Fall würde es der Zeit- ablauf gestatten - vom Eintritt des Störfalles bis zur allfälligen Frei- setzung von radioaktiven Stoffen in die Umgebung vergehen etwa fUnf Tage -, durch Aktivierung entsprechender Alarmpläne Schutz- maßnahmen für die Bevölkerung durchzuführen. Hinsichtlich der Freisetzungsmengen haben einige Forschungen der letzten Jahre im Zusammenhang mit den Analysen der Auswir- kungen des TMI-Störfalles ergeben, daß manche bisher verwendeten Freisetzungsfaktoren zu hoch angesetzt wurden. 135 5.4.4. Umweltauswirkungen durch Endlagerung von hochradioaktiven Abfiillen Hochradioaktive Abfälle ergeben sich bei der Wiederaufarbeitung von abgebrannten Brennelementen oder es werden diese, falls man auf eine Wiederaufarbeitung verzichtet, selbst als Abfall deklariert und entsprechend behandelt. In der ersten - einige hundert Jahre umfassenden - Phase, in der die Abfälle stark radiotoxisch sind, müssen sie durch einen dichten Einschluß vollständig von der Biosphäre ferngehalten werden. In der zweiten, längeren Phase, fällt die Radiotoxizität in einem

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