Volltext: Umweltpolitik (51)

wärmeerzeugung auch Verbrennungsanlagen für Mull und Klär-
schlamm gut geeignet. Aus rein energiewirtschaftlicher Betrachtung
ist die Erzeugung der Fernwärme aus industrieller Abwärme - wobei
kein zusätzlicher Energieeinsatz beim industriellen Prozeß notwendig
ist - am günstigsten. In der Eisen- und Stahlindustrie, Papierindu-
strie, keramischen Industrie usw. fallen durchwegs Abwärmemengen
in Form von Abgasen oder heißen Abwässern an, die für eine Fern-
wärmeerzeugung in Frage kämen.
Da Fernwärmeleitungen und Verteilnetze hohe Investitionen erfor-
dern, ist für einen wirtschaftlichen Einsatz der Fernwärme eine be-
stimmte Mindestverbauungsdichte bzw. Mindestabnahmedichte er-
forderlich (bei sehr kleinen Einheiten 100 bis 150 Wohnungen in
zwei- bis dreigeschoßiger Bauweise). Das Vorhandensein von Groß-
abnehmern wie Bürogebäuden, öffentlichen Gebäuden, Hallenbä-
dern, Spitälern und dergleichen kann für den Ausbau eines Fernwär-
menetzes gute Startbedingungen erbringen.
5.5.2. Verbesserung der Umwelt in den Ballungsgebieten
Der Ausbau der Fernwärme in den Ballungsgebieten bringt sehr
positive Umwelteffekte. Es kann davon ausgegangen werden, daß vOr
allem die während der Wintermonate zu einem großen Teil durch
den Hausbrand verursachte Luftverschmutzung in den Stadtberei-
chen durch den Einsatz der Fernwärme auf rund ein FUnftel gesenkt
werden kann.
Den Emissionsreduktionen, die lokal entscheidende Immissionsver-
besserungen nach sich ziehen, stehen jedoch Emissionen bei zentralen
Wärmeerzeugungsanlagen gegenüber, wenngleich auf Grund atmo-
sphärischer Dispersions- und Transmissionsvorgänge deren Auswir-
kungen auf die Immission abgeschwächt werden.
Die Analysen, die im Rahmen des 2. Beschäftigungsprogrammes
für den Fernwärmeteil durchgeführt wurden, haben ergeben, daß
deutliche Emissionsentlastungen bei Kohlenmonoxid (CO), Kohlen-
wasserstoff (CxHy) und Staub zu verzeichnen sind, jedoch höhere
Emissionen von NOx auf Grund feuerungstechnischer Bedingungen
von Großanlagen auftreten. Die Gesamteffekte bei Schwefeldioxid
hängen in starkem Ausmaß von zukünftigen Umweltmaßnahmen ab.
Die Absenkung des Schwefelgehaltes im schweren Heizöl auf 2%
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