Full text: Umweltpolitik (51)

5.7.7. Rinde
Unter der Annahme, daß der Rindenanteil etwa 10% vom österrei-
chischen Holzeinschlag beträgt, kann mit einem j1ihrlichen Rindenan-
fall von rund einer Mio. Festmeter gerechnet werden.
Die Entrindung des geschl1igerten Holzes erfolgt zum Teil am Ort
der Holzbe- und -verarbeitung, zum Teil im Wald selbst. Im letzteren
Fall stellt der Rindenabfall - der für den Boden wertvolle Stoffe ent-
h1ilt - keine Probleme dar, sofern eine gleichmäßige Verteilung der
Rinde am Boden gegeben ist.
Die bei den holzverarbeitenden und papiererzeugenden Betrieben
anfallende Rinde wird überwiegend zu Heizzwecken genutzt oder
deponiert.
Eine Verfeuerung von Rinde für die W1irmeerzeugung dUrfte nur
mit entsprechender Rauchgasreinigung (bei Großanlagen wirtschaft-
lich) erfolgen, da bisherige Forschungsergebnisse zeigen, daß die
Emissionen stärker umweltbelastend sind als jene von Holz. Die Ver-
brennungsrückst1inde (Asche) müßten einer geordneten Ablagerung
zugeführt werden. Der Aschegehalt von Holz liegt unter 1%, jener
von Rinde kann ein und bei starker Verschmutzung bis 9% betragen
(bei Nadelhölzern niedriger als bei Laubhölzern).
Eine neben der Verfeuerung weitere Möglichkeit zur Verhinde-
rung von Rindendeponien, die eine Gefahr für das Grundwasser dar-
stellen, da Rinde zum Unterschied von Holz mit 2 bis 4% einen An-
teil von 20 bis 30% an löslichen Substanzen enthält, stellt die groß-
technische Kompostierung der Rindenabfälle dar. Wie anhand um-
fangreicher Untersuchungen und auch langjähriger Erfahrungen ge-
zeigt werden konnte, kann in Abstimmung auf die Verhältnisse in den
jeweiligen Betrieben durch die Wahl bestimmter Kompostierungsver~
fahren in relativ kurzer Zeit und wirtschaftlich aus dem Abfall ein
niitzliches Produkt für die Land- und Forstwirtschaft erzeugt wer-
den.
5.7.8. Stroh
Jährlich fallen in Österreich 3 bis 3'5 Mio. Tonnen Getreidestroh
an. In bestimmten Regionen - vor allem im nordöstlichen Flach-
und Hügelland - ist die Beseitigung von Stroh ein Problem, da aus-
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