Full text: Umweltpolitik (51)

208 12. Abgaben 12.1. Allgemeine Überlegungen Das von der ökonomischen Theorie entwickelte Instrument der Umweltabgabe hat den Zweck, negative externe Effekte zu internali- sieren. Private Kosten und gesamtwirtschaftliche Kosten sollen einan- der entsprechen. Die Benützung von Umweltressourcen (Luft, Was~ ser etc.) sollen nicht mehr kostenlos sein, sondern einen Kostenfaktor darstellen. 12.1.1. Schadensteuer In der ursprünglichen theoretischen Konzeption sollte die Abgabe so hoch sein, daß sie den volkswirtschaftlichen Schäden entspricht. Eine solche "Schadensteuer" ist jedoch praktisch kaum durchführbar. Die Feststellung des Ausmaßes der verursachten externen Effekte ist in der Regel schwierig, vermutlich sogar unmöglich. Die Bemessung von Steuern in dieser Form braucht folgende Informationen: o Emissionsmengen o Diffusion und Transformation der Emissionen o Synergistische Effekte!) o Assimilationskapazität der Umweltmedien o Sozialer Schaden (physisch, wertmäßig) Es gibt zwar einige Versuche, Schadensfunktionen empirisch zu bestimmen und zu bewerten, allerdings sind diese Versuche nicht ge- eignet, eine exakte individuelle Zurechnung und Bewertung externer Effekte zu ermöglichen. Ein Problem ist auch die intertemporäre Kopplung von Steuer und Schäden. Ein großer Teil der Schäden aus Emissionen tritt erst in der Zukunft auf, zu unbestimmten Zeitpunkten und auch nicht mit Si- cherheit. (Das Problem der unsicheren Zukunftserwartungen stellt sich jedoch bei allen Planungen, sei es im staatlichen oder im Unter- nehmensbereich. ) 1) Unter Synergismus versteht man das Zusammenwirken verschiedener Stoffe oder Faktoren in der Weise, daß die Gesamtwirkung größer ist als die Summe der Einzcl- wirkungen.

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