Full text: Umweltpolitik (51)

einer Chemikalie oder Megajoule Energieeinheit) Grundlage der Be- steuerung, sondern ihr in Schilling bewerteter Verkaufswert. Unter- schiede zur Mengenabgabe ergeben sich nur insofern, als einzelne Unternehmen ihre Rohstoffe zu anderen Preisen einkaufen als ein an- derer Kreis, also bei gleicher eingesetzter Qualität eines Rohstoffes unterschiedliche Kostenbelastungen je Unternehmen auftreten. Be- sonders kraß tritt diese Differenzierung im Preis am Energiesektor zutage. Eine Wertsteuer schafft gegenüber der Mengensteuer auf densel- ben Steuergegenstand insofern neue Informationsprobleme, als der mengenmäßige Einsatz grundsätzlich gen auer und leichter kontrol- lierbar zu erheben ist als der wertmäßige. Dies trifft besonders bei je- nen Unternehmungen zu, die inkriminierte Roh- und Hilfsstoffe aus anderen Betrieben desselben Unternehmens, womöglich noch grenz- überschreitend beziehen (Verrechungspreis). Die politische Optik einer solchen Wertsteuer scheint gegenüber einer Mengensteuer das Problem aufzuwerfen, daß eine solche Steuer für den Verbraucher "sichtbarer" ist, da sie den bereits bestehenden indirekten Wertsteuern, allen voran der Mehrwertsteuer, gleichge- setzt würde. Eine Mengensteuer würde stärker in der Kalkulations- grundlage verschwinden. 12.2.2. Abgaben aufdie Umweltbelastung durch den Produktionsprozeß (Emissionsabgabe) Hier handelt es sich um Abgaben auf Mengen oder Werte be-' stimmter Roh- und Hilfsstoffe bzw. Endprodukte, die so gewählt werden, daß ein bestimmtes Umweltziel erreicht wird. Im Bereich der Produktion wtlren solche Abgaben vorstellbar auf Deponierung von bestimmten Abfällen (hier würden sie die Form von Gebühren anneh- men), auf bestimmte Emissionen etc. Das besondere an dieser Form der Abgabe ist, daß die Höhe des Steuersatzes eine größere Rolle spielt, da durch sie nämlich ein so großer Anreiz geschaffen wird, daß ein politisch bestimmtes Umweltqualitätsziel erreicht wird. Konkret würden hier regionale Immissions- oder Emissionsgren7.en festgelegt, deren Einhaltung durch die Höhe einer Umweltqualitätsabgabe er- zwungen wUrde. Die fiskalische Wirkung steht hiebei nicht im Vordergrund: ist die Abgabe umweltpolitisch optimal eingesetzt, besteht der hauptsäch~ 215

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