Full text: Umweltpolitik (51)

V. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND EMPFEHLUNGEN 1. Allgemeiner Teil 1.1. Umweltschutz als wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aufgabe In den Industrieländern ist Anfang der siebziger Jahre eine Debatte über die weitere Zukunft der modernen Industriegesellschaften in Gang gekommen, die primär durch eine wachsende Besorgnis tiber mittel- und längerfristige Folgen der gängigen Lebens- und Produk- tionsweisen für die Umwelt und die Gesellschaft ausgelöst wurde. Dabei wurden sowohl zunehmende umweltschädigende Emissionen als auch Risken großtechnischer Anlagen hinsichtlich der Sicherheits- und Schutzaspekte angeführt. Verzicht auf wirtschaftliches Wachs- tum wurde als Lösung für die aufgeworfenen Probleme daher häufig in den Vordergrund gestellt. Der Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen hat diese Themen be- reits frühzeitig als Aufgabenbereich der Wirtschaftspolitik und auch als ein neues Feld gesellschaftlicher Auseinandersetzungen erkannt und sich mit ihnen in mehreren, teilweise bereits weit zurückliegen- den Untersuchungen befaßt, wie etwa in den 1973/74 begonnenen Studien "Qualitative Aspekte der wirtschaftlichen und gesellschaftli- chen Entwicklung" und "Probleme der Umweltpolitik in Österreich". Aber auch in anderen, Späteren Studien, wie z. B. zur Industriepolitik, zur Zahlungsbilanz oder zur Energieversorgung, wurde die angespro- chene Thematik behandelt. Dabei hat der Beirat vielfach die prinzipielle Berechtigung der vor- gebrachten Argumente anerkannt, wenngleich er den aus Umwelt- und Wachstumspessimismus gezogenen Schlußfolgerungen über weite Strecken nicht folgen kann. Bereits in der zitierten U ntersu- chung zur Umweltpolitik in Österreich hat der Beirat den Umwelt- schutz als eines von mehreren wirtschafts- und gesellschaftspoliti- schen Zielen bezeichnet. Dies heißt aber auch, daß es zwischen dem Ziel des Umweltschutzes und den anderen Zielen zu einer Interes- sensabwägung kommen muß. Zu dem üblichen wirtschaftspolitischen Zielbündel (das in seinem Kern ~ Vollbeschäftigung, Wirtschaftswachstum und Preisstabilität - bereits im Gründungsauftrag des Beirats enthalten ist) ist ein wei- 237

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