Full text: Umweltpolitik (51)

1.8. Umweltbereich "Pflanzen und Tierwelt" Die Vegetation, die etwa 90% Österreichs bedeckt, beeinflußt die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes und die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter. Sie bestimmt weitgehend das Aussehen und den Cha- rakter der Kulturlandschaft und ist ein bedeutender Faktor nicht nur einer gesunden Umwelt, sondern auch der österreichischen Wirt- schaft. Die landwirtschaftlichen Aktivitäten, die auf etwa 45% der Lan- desfläche erfolgen, verursachen auch Umweltbelastungen, insbeson- dere durch den Einsatz technischer Geräte und Agrarchemikalien. Wasserwirtschaftliche Maßnahmen, wie Flußbegradigungen sowie der Verlust von Flurgehölzern bei Kommassierungen, beeinträchtigen die Lebensgrundlagen vieler Pflanzen und Tiere. Zur Erhöhung der Erträge werden chemische Düngemittel und Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Unsachgemäße Anwendung kann zu Ertragseinbußen, die überreichliche Anwendung zur Anrei- cherung von Schadstoffen in den Pflanzen und im Boden zur Verun- reinigung der Gewässer sowie zur Verminderung der Artenvielfalt führen. Bestandsaufnahmen uber die gefährdete österreichische Flora und Fauna werden von zahlreichen wissenschaftlichen Organisationen und Stellen durchgeführt und in zusammenfassenden Publikationen des Bundesministeriums fUr Gesundheit und Umweltschutz veröffent- licht. Alle diese "roten Listen" weisen besorgniserregende Prozent- sätze gefährdeter oder teilweise ausgestorbener Arten auf. Die Ge- fährdungsursachen sind in den meisten Fällen komplex und nicht durchwegs auf Belastungen der Umwelt zurückzuführen, obwohl außer Zweifel steht, daß derartige Belastungen mit zum Rückgang bzw. zum Aussterben dieser Arten beitragen. Die Luftverunreinigungen, die Auswirkungen des Fremdenver- kehrs, Wildschäden und verschiedene Schädlinge bedeuten für die Landwirtschaft, besonders aber fUr die Forstwirtschaft, eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Rund 45% der Fläche Österreichs sind Wald, wenn vom österrei- chischen Wald die Rede ist, muß zunächst festgehalten werden, daß es sich dabei um keinen Urwald handelt, sondern um ein Ergebnis zielgerichteten menschlichen HandeIns. Dies begann schon in vorge- schichtlicher Zeit mit Rodungen zur Gewinnung von Landflächen und reicht über die mehr oder weniger planlose, exploitative Holz- 24

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