Full text: Umweltpolitik (51)

59 3. Umwelt und Wirtschaftswachstum Das Wirtschaftswachstum, traditionell definiert als positive Verän- derung des Volksei nkommens oder BIP gemäß Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung, gilt als Maßzahl zur Feststellung der Dynamik der wirtschaftlichen Leistungskraft, an der eine wesentliche wirtschafts- politische Zielerfüllung gemessen wird. Diese Wachstumsdefinition berücksichtigt weitgehend alle Leistungen, die von den Wirtschafts- einheiten erbracht werden, jedoch ohne Beachtung positiver und ne- gativer Effekte. In das traditionelle Wirtschaftswachstum geht nur der Output ein, nicht jedoch der Einsatz bzw. Verbrauch von Res- sourcen. Aus ihm ist somit nicht ersichtlich, ob und wie rationell die betreffende Wirtschaft mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressour- cen umgegangen ist. Sowohl Rohstoffverbrauch als auch Umweltqua- lität bleiben also unberücksichtigt. Daher werden nicht nur die positi- ven Wirkungen des Umweltschutzes unzureichend widergespiegelt, die negativen Wirkungen des fehlenden Umweltschutzes (Schadens- beseitigungskosten) können sogar zu einer BIP-Erhöhung und somit zu einer scheinbaren Wohlstandssteigerung führen. Aus diesem Grund wurden verschiedentlich Überlegungen zur De- finition einer "sozialen Nettowohlfahrt" durchgeführt, die einerseits bisher nicht in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung enthaltene Tatbestände miteinschließt und anderseits nicht direkt wohlfahrtsrele- vante Tatbestände ausschließt (vgl. Beiratsstudie "Wohlfahrtsindika- ")toren . Im folgenden seien die wesentlichsten Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Wirtschaftswachstum dargestellt. 3.1. Der Einfluß des Wirtschaftswachstums auf Umwelt und Umweltpolitik 3.1.1. Erhöhung des Rohstoffverbrauches und erhöhter Schadstoffiusstoß durch das Wirtscha/tswachstum Wenngleich in den meisten traditionellen Produktionsfunktionen nur die Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit sowie teilweise tech- nischer Fortschritt aufscheinen, so hat die Umweltdiskussion der ver- gangenen 20 Jahre klargemacht, daß fast jede Produktion Energie und meist auch Rohstoffe benötigt und daß viele Produktionen als

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.