Full text: Arbeitszeitverkürzung (31)

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3. Dokumentation Bundesrepublik Deutschland
Einleitung: Die Arbeitszeitentwicklung in der BRD
Die Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 48 auf 45 Stunden erfolgte
zwischen 1956 und 1958, von 45 auf 4o Stunden im Zeitraum 1965-7o,
in der Nahrungsmittelindustrie erst während der siebziger Jahre. Die
Gewerkschaften verzichteten ausdrücklich auf die gesetzliche Verwirk¬
lichung der 4o-Stunden-Woche. Die sukzessive Reduktion wurde branchen¬
weise, unter Beachtung von Dringlichkeit und praktischer Durchführ¬
barkeit, auf dem Wege der Tarifverhandlungen durchgesetzt. Die Steigerung
der Produktivität, das Anwerben ausländischer Arbeitskräfte, die Erhöhung
der Frauenerwerbsquote und die Ausweitung der Überstundenleistung ver¬
hinderten die von den Unternehmern befürchtete Verknappung der Arbeits¬
kräfte und deren negative Folgewirkungen.
In den siebziger Jahren stand zunächst die Verlängerung des Jahresurlaubs
im Mittelpunkt der tariflichen Arbeitszeitpolitik. Die. gesetzliche Maxi¬
malarbeitszeit blieb auch nach Vollzug der 4o-Stunden-Woche bei 48
Stunden. Erst die Krise 1974/75, der Beginn zunehmender Dauerarbeits¬
losigkeit ließen die Verkürzung der Wochenarbeitszeit wieder in das
Zentrum der gewerkschaftlichen Arbeitszeitpolitik rücken.
1977 erhob die IG Metall erstmals die Forderung nach der 35-Stunden-
Woche.
        

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