Volltext: Lohnnebenkosten (69)

Nach diesem Konzept liegt der Bemessung des Entgelts für nicht
geleistete Arbeit nur der regulär bezahlte Zeitlohn zugrunde, nicht
aber Zuschläge und Zulagen, die vorwiegend leistungs bezogenen
Charakter haben.
4. Zu dieser korrigierten Lohnsumme werden die Zuschläge für
Überstunden-, Sonn- und Feiertags-, Nacht- und Schichtarbeit, so-
wie Schmutz- und Gefahrenzulagen, die in Punkt 8 des Fragebo-
gens (Anhang 3) erfaßt werden, addiert. Die sich ergebende
Summe stellt den Direktlohn im Sinne der ISCLC bzw. den Lei-
stungslohn nach dem Konzept der BWK, also das Entgelt für gelei-
stete Arbeitszeit, dar und dient im weiteren als Bezugsbasis zur Be-
rechnung der LNK-Sätze.
5. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wird um den nach dem
EFZG refundierten Teil reduziert. Dieser verbleibende Rest bildet
zusammen mit eventuellen Krankengcldzuschüssen die Position
"Krankengeld" in der Arbeitskostengliederung der BWK.
Die in den Lohnnebenkostendaten der BWK ausgewiesene Ausfall-
zeit enthält daher keine Krankenstände; diese sind, soweit sie nicht
refundiert werden, im "Krankengeld" erfaßt.
6. Die übrigen Positionen der Lohnkostengliederung der BWK kön-
nen im wesentlichen direkt dem Fragebogen (Anhang 3) entnom-
men werden.
Die Auswertungsmethode fUr Angestellte folgt mit Ausnahme von
Schritt 5 auch diesem Muster.
3.1.2. Erhebungstechnische Probleme
Die letzte Lohnnebenkostenerhebung der BWK zeigt im Bereich der
Ausfallzeit eine Entwicklung, die auf erhebungstechnische Probleme
schließen läßt. Die Ausfallzeiten in Prozent des Leistungslohnes, die zwi-
schen 1960 und 1987 fUr Arbeiter von 9,8% auf 14,6% um schwach
5 Prozentpunkte zugenommen hatten, sind von 1987 bis 1990 sprung-
haft um fast 8 Prozentpunkte auf 22,3% gestiegen.R)
Die Daten der Industriestatistik des Österreichischen Statistischen
Zentral amts (ÖSTAT) zeigen dagegen eine deutlich geringere Zunahme
der Ausfallzeiten an, die aber mit der längerfristigen Entwicklung in vol-
ler übereinstimmung steht: Nach den Daten des ÖSTAT hat der Anteil
der Ausfallzeit inklusive der Krankenstandstage an der geleisteten Ar-
beitszeit von 1981 bis 1990 von 18,4% auf 22,0% zugenommen, von 1987
') Bundeskammer der Gewerblichen Wirtschaft: Die Arbeitskosten in der Industrie
Österreichs 1987 und 1990, Wien, Tabellen XIV, XIVa, XIYb
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