Full text: Lohnnebenkosten (69)

jährlich vorhanden bzw. liegt aufgrund von gesetzlichen Vorschriften
fest. Die Lohn- und Gehaltssumme einschließlich der Sonderzahlungen
und die bezahlten und geleisteten Arbeitsstunden werden im Zuge der
Beschäftigungserhebung in der Industrie monatlich vom ÖSTAT erho-
ben, und die gesetzlichen Sozialleistungen sind einheitlich geregelt.9)
Der größte Teil der Arbeitskosten wird also regelmäßig sogar unter-
jährig erfaßt und kann problemlos unmittelbar zur Lohnkostenschätzun-
gen verwendet werden. Nur die Informationen über die freiwilligen So-
zialleistungen, über den Umfang an Abfertigungszahlungen, Kranken-
geidzuschuß und Krankengeldrefundierung sowie Berufsausbildung sind
nur aus der dreijährigen Erhebung verfügbar. Die Schätzergebnisse die-
ser Methode stellen insofern Obergrenzen dar, als bei der Berechnung
der Sozialversicherungsbeiträge die Höchstbeitragsgrenze nicht berück-
sichtigt wird. Für Arbeiter ergibt sich daraus keine nennenswerte über-
schätzung der Sozialversicherungsbeiträge ; nur gut 1% der Arbeiter ver-
dienen in der Gesamtwirtschaft mehr als die Höchstbeitragsgrundlage.
Allerdings verdienen rund 18% der Angestellten mehr, und in der Indu-
strie sind die Anteile beider Arbeitnehmergruppen deutlich höher. Die
Lohnnebenkostenstudie der BWK bezieht sich auf die Industrie, sodaß
die Höchstbeitragsgrundlage in diesem Bereich einen Einfluß auf die
Gesamtnebenkosten haben dürfte.
3.2.1. Darstellung der Schätzmethode
1. Ausgehend von den gesetzlich geregelten Beitragssätzen zur Sozial-
versicherung (Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung), dem
Wohnbauförderungsbeitrag, dem Entgeltfortzahlungs- und Insolvcnz-
Entgeltsicherungzuschlag, dem Nacht(schicht)schwerarbeitsbeitrag, der
Dienstgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds und der Lohn~
summensteuer werden auf Basis der Stundenverdienstc je geleisteter Ar-
beitsstunde mit Sonderzahlungen die gesetzlichen Aufwendungen für so-
ziale Sicherheit und Steuern errechnet.
2. Dazu kommen aus den Daten der Arbeitskostenerhebung der BWK
die Sätze für die Schätzung der Abfertigungen und der freiwilligen So-
zialleistungen, zu denen noch der Krankengeldzuschuß und die Kosten
für die Berufsausbildung gezählt werden. Der Definition des Leistungs-
lohnes in der Arbeitskostenerhebung folgend werden hier als Basis die
Stundenverdienste je bezahlter Arbeitsstunde ohne Sonderzahlungen
herangezogen.
') Zwar sind die Sozialabgaben einheitlich geregelt, in ihrcr tatsächlichen Höhe und
Verteilung auf Branchen aber nicht bekannt. Außerdem bleiben hier die Sonderregelungen
der Knappschaftlichen Versicherung unberücksichtigt, da sich diese Studie wie die meisten
internationalen Vergleiche auf die verarbeitende Industrie beschränkt.
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