Full text: Lohnnebenkosten (69)

inklusive Sonderzahlungen (147,50 S) werden die gesetzlichen Arbeitge-
berabgaben errechnet, das sind 29,3% bzw. 43,20 S. Die freiwilligen So-
zialleistungen und Abfertigungen betragen gemäß der Erhebung der
BWK 12,1% der Stundenverdienste je bezahlter Arbeiterstunde ohne
Sonderzahlungen oder 12,40 S.
Diese gesetzlichen und freiwilligen Sozialleistungen werden auf den
um die refundierten Krankengelder reduzierten Stundenverdienst je ge-
leisteter Arbeiterstunde mit Sonderzahlungen von 143 Saufgeschlagen.
Bei Gesamtarbeitskosten je Arbeiterstunde von 198,60 S betrugen da-
mit 1990 die direkten Arbeitskosten 148,10 S oder 74,6% der Gesamt-
kosten und die indirekten Arbeitskosten 50,40 S oder 25,4%.
Unterscheidet man zwischen Direkt- oder Leistungslohn und Lohnne-
benkosten, so entfielen auf den Direktlohn 102,10 S und auf die Lohn-
nebenkosten 96,50 S. Der Lohnnebenkostensatz lag damit 1990 bei
94,4%. Rechnet man die Sonderzahlungen (z. B. den 13. und 14. Mo-
natsbezug) noch in den Direktlohn ein, so verringert sich dieser Lohn-
nebenkostensatz auf 64,3%.
Bezogen auf den Monatslohn sinkt der Lohnnebenkostensatz auf
59,4%, da auf Monatsbasis die bezahlte Ausfallzeit im Monatsverdienst
inkludiert ist; auf Jahresbasis zählen auch die Sonderzahlungen zum
Verdienst, der die Bezugsbasis darstellt, daher verringert sich der Lohn-
nebenkostensatz weiter auf 35,8%. (Übersicht 3 und 4)
3.2.2. Einschätzung und Probleme
Die hier vorgeschlagene Methode stellt eine Ergänzung zur dreijähri-
gen Erhebung der Bundeswirtschaftskammer dar. Sie erleichtert die In-
terpolation der Jahre zwischen den Erhebungen und bietet zugleich ein
Kontrollinstrument. Sie basiert einerseits auf Daten, die laufend vom
ÖSTA T publiziert werden, und den gesetzlich festgelegten Beitragssät-
zen und stützt sich andererseits zur Schätzung der freiwilligen Soziallei-
stungen und der Abfertigungen auf die Arbeitskostenerhebung der
BWK.
Die Ergebnisse dieser Methode sind weitgehend als Obergrenzen an-
zusehen, da die Hächstbeitragsgrundlage außer Betracht bleibt, sodaß
die gesetzlichen Sozialabgaben leicht überschätzt werden. Andererseits
bleiben die höheren Beitragssätze in Teilen der Industrie (Knappschaftli-
che Versicherung) unberticksichtigt.
In einzelnen Jahren kann es bei den freiwilligen Sozialleistungen
durch Sozialpläne oder Frtihpensionierungsaktionen in einzelnen Groß-
unternehmen zu sprunghaften Veränderungen kommen, die zu Abwei-
chungen des Lohnnebenkostensatzes von der Trendentwicklung führen.
Es ist daher geplant, bei zukünftigen Erhebungen die freiwilligen Sozial-
leistungen näher zu durchleuchten.
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