Volltext: Lohnnebenkosten (69)

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7. ZUSAMMENFASSUNG
Den Arbeitskosten kommt als Preis des Produktionsfaktors Arbeit
auch heute trotz zunehmender Automatisierung große wirtschaftspoliti-
sche Bedeutung zu. Sie stellen auf Unternehmensebene eine der wichtig-
sten Kostenkomponenten und damit eine bedeutende Wettbewerbsgröße
dar, und auf gesamtwirtschaftlicher Ebene bilden wesentliche Teile da-
von den größten Einkommens- und Nachfragefaktor.
Die im Unternehmen anfallenden Kosten des Faktors Arbeit unter-
scheiden sich aber von der Höhe des dem Arbeitnehmer direkt zuflie-
ßenden Einkommens: Das Unternehmen muß in der Preisgestaltung ne-
ben dem Direktlohn auch alte Lohnnebenkosten einkalkulieren, wäh-
rend vom Arbeitnehmer vielfach nur der laufend ausbezahlte Lohn gese-
hen wird, obwohl ihm auch die unregelmäßigen Lohnbestandteile, die
bezahlten Ausfallzeiten und die Arbeitgeberbeiträge zur sozialen Sicher-
heit zugute kommen.
Unterschiedliche Begriffsbildungen und Abgrenzungen zwischen di-
rekten und indirekten Arbeitskosten bzw. zwischen Direktlohn und
Lohnnebenkosten führen immer wieder zu wirtschaftspolitischen Aus-
einandersetzungen über Höhe und Struktur der Arbeitskosten. Der Bei-
rat für Wirtschafts- und Sozialfragen hat sich daher mit dieser Arbeit das
Ziel gesetzt, eine Klärung der Begriffe auf Basis internationaler Konven-
tionen herbeizuführen und die vorhandenen Arbeitskostendaten unter
dem Aspekt der internationalen Vergleichbarkeit - bzw. einer EG-Har-
monisierung - zu analysieren.
Auf Basis der Arbeitskostenklassifikation des International Labour
Office (lLO) in Genf haben vor altem zwei Arbeitskostengliederungen
Verbreitung gefunden:
1. Die Gliederung in "direkte" und "indirekte" Arbeitskosten, die vor al-
lem in den EG-Statistiken verwendet wird: Hier werden alte Arbeitsko-
sten, die unmittelbar Einkommenscharakter haben, wie der Direktlohn,
die bezahlte Ausfaltzeit, Sonderzahlungen und Naturalbezüge, als "di-
rekte Arbeitskosten" zusammengefaßt, und jene Teile, die nur mittelba-
ren oder keinen Einkommenscharakter haben, wie die Arbeitgeberbei-
träge zur sozialen Sicherheit, Aufwendungen für Berufsausbildung, so-
ziale Einrichtungen und die Lohnsummensteuer, als "indirekte Arbeits-
kosten" bezeichnet. Berechnungsgrundlage bilden in dieser Darstellung
die Gesamtarbeitskosten, davon wird der prozentuelle Anteil der direk-
ten und indirekten Arbeitskosten ermittelt.
2. Die Gliederung in "Direktlohn" (bzw. Leistungslohn für die Anwc-
senheitszeit) und "Lohnnebenkosten" (bzw. Personalzusatzkosten). Die-
        

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