Full text: Lohnnebenkosten (69)

47 7. ZUSAMMENFASSUNG Den Arbeitskosten kommt als Preis des Produktionsfaktors Arbeit auch heute trotz zunehmender Automatisierung große wirtschaftspoliti- sche Bedeutung zu. Sie stellen auf Unternehmensebene eine der wichtig- sten Kostenkomponenten und damit eine bedeutende Wettbewerbsgröße dar, und auf gesamtwirtschaftlicher Ebene bilden wesentliche Teile da- von den größten Einkommens- und Nachfragefaktor. Die im Unternehmen anfallenden Kosten des Faktors Arbeit unter- scheiden sich aber von der Höhe des dem Arbeitnehmer direkt zuflie- ßenden Einkommens: Das Unternehmen muß in der Preisgestaltung ne- ben dem Direktlohn auch alte Lohnnebenkosten einkalkulieren, wäh- rend vom Arbeitnehmer vielfach nur der laufend ausbezahlte Lohn gese- hen wird, obwohl ihm auch die unregelmäßigen Lohnbestandteile, die bezahlten Ausfallzeiten und die Arbeitgeberbeiträge zur sozialen Sicher- heit zugute kommen. Unterschiedliche Begriffsbildungen und Abgrenzungen zwischen di- rekten und indirekten Arbeitskosten bzw. zwischen Direktlohn und Lohnnebenkosten führen immer wieder zu wirtschaftspolitischen Aus- einandersetzungen über Höhe und Struktur der Arbeitskosten. Der Bei- rat für Wirtschafts- und Sozialfragen hat sich daher mit dieser Arbeit das Ziel gesetzt, eine Klärung der Begriffe auf Basis internationaler Konven- tionen herbeizuführen und die vorhandenen Arbeitskostendaten unter dem Aspekt der internationalen Vergleichbarkeit - bzw. einer EG-Har- monisierung - zu analysieren. Auf Basis der Arbeitskostenklassifikation des International Labour Office (lLO) in Genf haben vor altem zwei Arbeitskostengliederungen Verbreitung gefunden: 1. Die Gliederung in "direkte" und "indirekte" Arbeitskosten, die vor al- lem in den EG-Statistiken verwendet wird: Hier werden alte Arbeitsko- sten, die unmittelbar Einkommenscharakter haben, wie der Direktlohn, die bezahlte Ausfaltzeit, Sonderzahlungen und Naturalbezüge, als "di- rekte Arbeitskosten" zusammengefaßt, und jene Teile, die nur mittelba- ren oder keinen Einkommenscharakter haben, wie die Arbeitgeberbei- träge zur sozialen Sicherheit, Aufwendungen für Berufsausbildung, so- ziale Einrichtungen und die Lohnsummensteuer, als "indirekte Arbeits- kosten" bezeichnet. Berechnungsgrundlage bilden in dieser Darstellung die Gesamtarbeitskosten, davon wird der prozentuelle Anteil der direk- ten und indirekten Arbeitskosten ermittelt. 2. Die Gliederung in "Direktlohn" (bzw. Leistungslohn für die Anwc- senheitszeit) und "Lohnnebenkosten" (bzw. Personalzusatzkosten). Die-

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