Full text: Lohnnebenkosten (69)

aber die Zusammensetzung dieser Kosten nicht vernachlässigt werden,
da z. B. ein höherer Abgabenanteil bei Gleichbleiben der (Gesamt-) Ar-
beitskosten einen entsprechend verminderten Anteil des direkten Arbeit-
nehmereinkommens bewirkt. Bei Vorliegen einer gleich hohen Arbeits-
produktivität können auf einem gemeinsamen Markt mit freier Arbeits-
platzwahl Betriebe in Ländern mit hoher Abgabenbelastung nur gerin-
gere Direktlöhne bieten.
Will man die reale Wettbewerbssituation von Unternehmen in ver-
schiedenen Ländern vergleichen, so muß neben den Arbeitskosten auch
die Arbeitsproduktivität in die Betrachtung einbezogen werden. Wie be-
grenzt die Aussagekraft der Arbeitskosten allein bei Wettbewerbsverglei-
chen ist, zeigt sich schon daran, daß Unternehmen aus Ländern mit ver-
gleichsweise sehr hohen Arbeitskosten (wie etwa aus Deutschland) in der
internationalen Konkurrenz vielfach sehr gut abschneiden. Der primäre
Grund hierfür liegt in der vergleichsweise sehr hohen Arbeitsproduktivi-
tät in diesen Ländern.
In der Analyse der Arbeitskosten sind drei wichtige Aspekte zu unter-
scheiden:
1. Die Arbeitskosten bilden einen wichtigen internationalen Wettbe-
werbsindikator und müssen daher in einem einheitlichen interna-
tionalen Standard definiert werden.
2. Die Arbeitskosten als wichtigste Kalkulationsgrundlage in der
Preisgestaltung müssen alle direkten und indirekten Kosten des
Faktors Arbeit berücksichtigen.
3. Für das Angebotsverhalten der Arbeitnehmer und die Löhne als be-
deutende Einkommens- und Nachfragequelle ist die Höhe der Di-
rektlöhne und des Nettoeinkommens von Interesse.
Das Ziel dieser Arbeit besteht in der Klärung der Begriffe und einer
genauen Analyse der vorhandenen Arbeitskostendaten im Sinne dieser
Aspekte.
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