Full text: Lohnnebenkosten (69)

Die Trennung in direkte und indirekte Arbeitskosten, die man auch
als "Lohnnebenkosten im engeren Sinn" bezeichnen könnte, erfolgt
nach folgenden Kriterien:
Den "direkten Arbeitskosten" werden all jene Aufwendungen des Ar-
beitgebers zugeordnet, die unmittelbar Einkommenscharakter haben.
Dies sind die oben unter 1. bis 4. genannten Teile der Arbeitskosten,
also:
der Direktlohn (- Anwesenheitslohn = Leistungslohn)
die Entlohnung fUr bezahlte aber nicht I?;eleisteteZeiten (Urlaub,
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall\ Feiertage, Behördenwege,
Arztbesuche, dauernde bezahlte DienstfreisteIlungen z. B. für Be-
triebsräte etc.)
Zahlungen an den Arbeitnehmer, die nicht allmonatlich erfolgen
(Uriaubszuschuß, Weihnachtsremuneration, Bilanzgeld, Treueprä-
mien, Abfertigungen4) etc)
NaturalbezUge (einschließlich Aufwendungen für Dienstnehmer-
wohnungen)
"Indirekte Arbeitskosten " sind demgegenüber jene Teile der Arbeitsko-
sten, die nur mittelbaren oder keinen Einkommenscharakter haben.
Hierzu zählen vor allem
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die Arbeitgeberbeiträge zur sozialen Sicherheit (Pensions-, Kran-
ken-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung, Entgeltfortzahlungs-
beitral?;3)
die Lohnsummensteuer
die Aufwendungen des Arbeitgebers für Berufsausbildung, für So-
zialeinrichtungen etc.
Die rechnerische Aufl?;liederung in "direkte" und "indirekte" Arbeits-
kosten erfolgt auf folgende Weise: Ausgehend von den Gesamtarbeits-
kosten wird der jeweilige prozentuelle Anteil der einzelnen Kostenkom-
ponenten ermittelt.
') Nach der ILO-Definition stellt die Lohnfortzahlun& im Krankheitsfall eine Soziallei-
stung dar, wir können die Krankenstände nicht eindeutig. von den übrigen Ausfallzeiten
trennen, daher verbuchen wir in den Berechnungen für Osterreich die Lohnfortzahlung,
soweit sie nicht von der Krankenkasse refundiert wird, unter bezahlte Ausfallzeit.
4) Abweichend von der Terminologie der ILO und der EG, die Leistungen bei Beendi-
gungen des Arbeitsverhältnisses als bezahlte Ausfallzeit oder als Sozialleisrung betrachten,
sind Abferti!;ungen im Verständnis der österreichischen Rechtsordnung eher als Treueprä-
mien zu verstehen und werden daher hier verbucht.
') In der Terminologie der 11.0 werden aucb die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
und Abfertigungen, soweit sie Sozialleistungen darstellen, hier verbucht.
        

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