Full text: Mittelfristige Finanzplanung (39)

Mit der Umstellung auf das neue Verfahren, das nach den Prinzipien
der Datenfemverarbeitung ausgerichtet war, wurde im Oktober 1968
begonnen.
Das seither geschaffene Verrechnungssystem geht weit Ober die
traditionelle kameralistische Buchhaltung hinaus. Die Phasenbuch-
fuhrung erlaubt die Erfassung der einzelnen Phasen des Ablaufs einer
finanziellen Transaktion von der Genehmigung durch den National-
rat bis zur Zahlung. Belastungen und Berechtigungen kunftiger Fi~
nanzjahre werden getrennt erfaßt. Vermögens änderungen und -um-
schichtungen sowie Aufwendungen und Erträge werden zusätzlich in
der Bestands- und Erfolgsverrechnung festgehalten.
Um die von einer organisatorischen Einheit (KostensteIle) oder
durch eine zu erbringende Leistung (KoStenträger) verursachten Aus-
gaben und die damit verbundenen Einnahmen den geplanten oder da-
für genehmigten Kosten gegenüberstellen zu können, wurde in An-
lehnung an die voranschlagswirksame Verrechnung ein weiterer Ver-
rechnungskreis geschaffen, in dem zusätzlich der genehmigte Vorha-
bensbetrag und die noch nicht verbrauchten Beträge (Vorhabensrest-
betrag, Vorverfligungsrestbetrag) festgehalten werden.
Durch den systematischen Aufbau der Ordnungsbegriffe bzw.
durch die Einführung von zusätzlichen Ordnungsmerkmalen ist die
Auswertung der Verrechnungsergebnisse auch nach sachlichen Ge-
sichtspunkten möglich (Gebarungsgruppen, Aufgabenbereiche, Bran-
chen, Bundesländer). Darüber hinaus werden die Einnahmen und
Ausgaben nach verschiedenen Kriterien (z. B. Investitionen, Instand-
haltungen) zusammengefaßt.
Abgesehen von der generellen Notwendigkeit eines leistungsfähi-
gen Verrechnungssystems als Grundlage einer mehrjährigen Finanz-
planung enthält die Bundeshaushaltsverrechnung folgende in diesem
Zusammenhang relevante Elemente:
• Rlicklagen für nicht verbrauchte Ausgaben
Bis zum Jahresende nicht verbrauchte Ausgaben können, insbeson-
dere soweit sie für Bauvorhaben oder Investitionen der Bundesbe-
triebe bestimmt sind oder soweit noch Reste zweckgebundener Ein-
nahmen vorhanden sind, durch Zuführung an eine Rlicklage vor dem
Kreditverfall bewahrt bleiben. Diese Durchbrechung des Jährlich-
keitsprinzipes gewährleistet einen sinnvolleren Einsatz dieser Mittel
und erhöht die Flexibilität der Budgetpolitik.
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