Full text: Mittelfristige Finanzplanung (39)

Einleitung
Der Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen hat sich schon 1964
eingehend mit Fragen der Budgetierungstechnik mittelfristiger Natur
befaßt. Die Budgetvorschauen, die zunächst vom Bundesministerium
für Finanzen, später vom Beirat mit Unterstützung durch das Ressort
erstellt wurden, repräsentieren - gemessen an Zweck und Me-
thode - eine Spielart mittelfristiger Finanzplanung, bei der die Infor-
mation über die mittelfristigen quantitativen Auswirkungen der aktu-
ellen Politik im Vordergrund steht.
Nach den Haushaltsrechtsentwürfen 1968 und 1973 sind nunmehr
auf parlamentarischer Ebene Verhandlungen im Gange, die auf Im-
plementierung eines Finanzplanes und eines Investitionsprogrammes
in das Budgetrecht abzielen. Der Beirat nimmt diese Bestrebungen
zum Anlaß, um sich eingehender mi,t den Möglichkeiten und Gren-
zen mittelfristiger Finanzplanung ~useinanderzusetzen. Dabei ist
nicht nur auf veränderte gesellschaftliche und politische Einstellungen
zu Umfang und Verbindlichkeit mittelfristiger Planung einzugehen;
es kann nunmehr auch auf ausländische Erfahrungen mit mittelfristi-
gen Budgetierungstechniken zurückgegriffen werden. Für Österreich
sind durch zahlreiche Verbesserungen des ressortinternen Informa-
tionswesens mittlerweile notwendige, aber nicht hinreichende Vorbe-
dingungen für Finanzplanung geschaffen worden.
Ausgehend von diesen Prämissen versucht der Beirat in seinen
Empfehlungen, die Möglichkeiten und Grenzen mittelfristiger Fi-
nanzplanung in Österreich neu zu bestimmen.
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