Full text: Saisonale Muster von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Österreich (54)

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Beschäftigte in Saisonbetrieben verdienen im Jahresdurchschnitt ca. 30 % weniger
als Arbeitnehmer in SU Betrieben. Aus der empirischen Arbeitsmarktforschung ist
allerdings bekannt, daß es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Einkommen
und Betriebsgröße gibt. Kontrolliert man um diese Effekte (vgl. Übersicht 3.3-7)
verschwindet der Einkommensvorsprung der SU Beschäftigten fast völlig. Interes¬
santerweise verdienen allerdings Saisonbeschäftigte in Betrieben mit über 50
Arbeitnehmern unterdurchschnittlich. Allerdings sind nur zwei Betriebe in dieser
Größenklasse, diese gehören den Wirtschaftsklassen Gaststättenwesen und
Rechts- und Wirtschaftsdienste an. Einschränkend muß nochmals darauf hinge¬
wiesen werden, daß die Daten keine Korrektur um die Arbeitsdauer erlauben. Geht
man davon aus, daß Beschäftigte in Saisonbetrieben überdurchschnittlich lange
Arbeitszeiten aufweisen, existieren eindeutige negative Einkommensdifferentiale.
3.4. Temporäre Betriebsstillegungen
Im folgenden wird der Fragestellung nachgegangen, welchen Beitrag Betriebe mit
temporärer Betriebsstillegung (ZU-Betriebe) zur saisonalen Fluktuation der Beschäf¬
tigung leisten. Vorausschickend muß bemerkt werden, daß die Klassifikation als
ZU Betrieb nur auf die (nicht-) Beschäftigung unselbständiger Arbeitnehmer abstellt
und sich daher nicht unbedingt mit der tatsächlichen Betriebsstillegung decken
muß. Dies läßt sich an folgendem Beispiel verdeutlichen: ein Tourismusbetrieb
beschäftigt in der Hochsaison einige Angestellte, ausserhalb dieser wird er nur
vom selbständigen Inhaber geführt. Obwohl der Betrieb das ganze Jahr über
geöffnet hat, wird er als ZU-Betrieb klassifiziert.
Die Anzahl der SF-Betriebe, die zumindest einen Monat im Jahr kein Beschäfti¬
gungsverhältnis aufweisen, schwankt zwischen 41 % (1990) und 48 % (1989),
gemessen an der Beschäftigung zwischen 1/6 und einem 1/4. Hingegen liegt die
Stillegungsrate bei den SU-Betrieben nur zwischen 3 % (1990) und 8 % (1989),
wobei 1.5 % der Beschäftigten dieser Betriebe davon betroffen werden.
Probleme wirft in diesem Zusammenhang die natürliche Fluktuation der Arbeits¬
kräfte in Kleinbetrieben auf. Dies läßt sich folgendermaßen veranschaulichen: die
Sprechstundenhilfe eines Arztes kündigt und es gelingt erst nach 2 Monaten diese
        

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