Full text: Saisonale Muster von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Österreich (54)

22
Eine branchenspezifische Disaggregation zeigt ausgeprägte saisonale
Beschäftigungsfluktuationen in den Wirtschaftsklassen Landwirtschaft, Gaststät¬
tenwesen und der Bauwirtschaft; mit einigem Abstand folgen die Branchen Steine
und Erden, Kunst, Unterhaltung und Sport, der Bergbau und die Rechts- und Wirt¬
schaftsdienste. Die höchsten Komponenten der saisonalen Arbeitslosigkeit fallen in
den Branchen Bauwesen, Landwirtschaft, Bergbau, Gaststättenwesen, Steine und
Erden, Holz und dem Verkehr an. Zwischen dem Saisonmuster von Beschäftigung
und Arbeitslosigkeit besteht ein relativ starker Zusammenhang, eine perfekte Kor¬
relation ist aber nicht gegeben. Auffällig sind zum Beispiel die hohen saisonalen
Beiträge zur Arbeitslosigkeit in den Wirtschaftsklassen Verkehr, öffentliche
Gebietskörperschaften und Unterricht, hingegen ist die Beschäftigung in diesen
Branchen infolge großer stabiler Beschäftigungssegmente saisonal relativ wenig
fluktuierend.
Eine Analyse unterjähriger Beschäftigungsschwankungen auf einzelbetrieblicher
Ebene bestätigt zwar im Großen und Ganzen die zuvor skizzierten Branchenstruk-
turergebnisse, sie zeigt aber auch eine nicht unerhebliche Heterogenität innerhalb
der einzelnen Branchen auf. Insgesamt wurden rund 20 Prozent der Stichproben¬
betriebe als Betriebe mit saisonal fluktuierender Beschäftigung klassifiziert; ihr
Beschäftigungsanteil lag bei 8.5 Prozent. Festzuhalten bleibt allerdings, daß selbst
in den typischen Saisonbranchen Bau bzw. Gaststättenwesen Betriebe mit nicht
signifikant ausgeprägten saisonalen Beschäftigungsmustern in der Mehrzahl
blieben. Der Großteil der Saisonbetriebe entfällt, wie zu erwarten, auf das
Gaststättenwesen, das Bauwesen und die Landwirtschaft; überdurchschnittlich
vertreten ist auch der Handel, dann folgen die Wirtschaftsklassen Verkehr, Metalle,
die Rechts- und Wirtschaftsdienste, Holz, sowie Kunst, Unterhaltung und Sport.
Die Beschäftigungsanteile zeigen ein ähnliches Bild; rund 35 Prozent der in
Saisonbetrieben beschäftigten Arbeitnehmer sind im Gaststättenwesen tätig, etwa
17 Prozent im Bauwesen; hohe Anteile weisen weiters der Handel, die Rechts- und
Wirtschaftsdienste sowie der Verkehr auf. Saisonbetriebe sind im allgemeinen
kleiner, sie beschäftigen überdurchschnittlich mehr Arbeiter, Ausländer, und sie
weisen einen höheren Anteil an jüngeren Beschäftigten auf; nicht überraschend
liegt damit auch die Durchschnittsentlohnung niedriger. Rund ein Drittel der
Saisonbetriebe wurde .regelmäßig temporär stillgelegt, d.h. daß jedes Jahr
zumindest ein Monat lang kein Arbeitnehmer beschäftigt wurde. Im
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.