Full text: Saisonale Muster von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Österreich (54)

52. Aggregatdatenanalyse von Saisonschwankungen am Arbeitsmarkt
Dieser Abschnitt soll bisher vorliegenden Untersuchungen zur Saisondynamik am
österreichischen Arbeitsmarkt um die unterjährige Beschäftigungsentwicklung
sowie um die Interaktion zwischen Beschäftigung und Arbeitslosigkeit erweitern,
wobei besondere Aufmerksamkeit auf die Entwicklung in den einzelnen Wirt-
schaftsklassen gelegt wird. Als Untersuchungszeitraum wurde die Periode von
1986 (1987) bis 1993 gewählt, da Monatsdaten der Beschäftigung und Arbeits¬
losigkeit erst seit diesen Zeitpunkten auf Branchenebene vorliegen.
2.1. Meßkonzepte
Prinzipiell gibt es mehrere Konzepte zur Erfassung von Saisonalität. Eine Vor¬
gehensweise besteht darin, das Ausmaß an Saisonalität über den Beitrag der
saisonalen Faktoren zum Bestandsvolumen zu ermitteln. Nach einem anderen
Konzept werden die Saisoneinflüsse anhand der Schwankungsbreite um einen
Durchschnittswert gemessen, wobei sich negative und positive Abweichungen auf
Null summieren. Von einem statistischen Standpunkt her gesehen lassen sich
ökonomische Zeitreihen im allgemeinen in vier Komponenten zerlegen und zwar in
eine langfristige Entwicklungs- (Trend), in eine mittelfristige zyklische (Konjunktur),
in eine kurzfristige Bewegungs- (Saison) und in eine irreguläre Komponente. Für die
Ermittlung der einzelnen Komponenten bieten sich eine Reihe von teils einfachen
(vgl. z.B. Bomsdorf 1992), teils aber auch recht komplexen Verfahren an.
In der vorliegenden Studie werden unterschiedliche Methoden für die Ermittlung
des saisonalen Einflusses auf Beschäftigung und Arbeitslosigkeit verwendet. Einen
erster Indikator für das Ausmaß der saisonalen Beschäftigung liefert die Aggrega¬
tion der Beschäftigung in den Branchen Landwirtschaft, Bauwesen und Gast¬
stättenwesen. Dieser Ansatz ist zwar extrem einfach handhabbar, übersieht aber
einerseits völlig, daß es auch in Saisonbranchen Betriebe mit stabiler Beschäfti¬
gung gibt, und daß andererseits auch in den anderen Branchen Betriebe mit
saisonal stark fluktuierender Beschäftigung zu finden sind. Das folgende Verfahren
(vgl. Butschek 1992) liefert zwar auch nur einen groben Indikator für den Saison¬
effekt, bietet dafür aber den Vorteil, die Entwicklung bei Beschäftigung und
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.