Full text: Saisonale Muster von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Österreich (54)

6Arbeitslosigkeit weit zurückverfolgen zu können. Es wird jeweils der Durchschnitt von zwei aufeinanderfolgenden Beschäftigungsständen im August gebildet und angenommen, daß dieser Wert im dazwischenliegenden Februar realisiert worden wäre, wenn es keine Saisonschwankungen gäbe. Die Differenz dieses fiktiven Wertes mit dem tatsächlichen Beschäftigungsstand im Februar ergibt den Saison¬ effekt. Ebenso wird bei der Messung des Saisoneffekts bei der Arbeitslosigkeit vorgegangen. Allerdings verwendet dieses Verfahren nur die Information der Monate August und Februar. In der vorliegenden Untersuchung wird die obige Methode erweitert und ins¬ besondere werden alle Monatswerte berücksichtigt. Als deskriptive Indikatoren zur Messung des Ausmaßes des saisonalen Effekts verwenden wir den Variations¬ koeffizient (VC) und die relative Spannweite (RR) von Beschäftigung bzw. Arbeits¬ losigkeit. Nach unserer Methode werden alle Abweichungen vom Jahresmittel als saisonal klassifiziert. Zur Messung der saisonalen Arbeitslosigkeit bietet sich neben dem Variationskoeffizient auch noch folgende Methode an (vgl. Riese et al. 1989): die gesamte Arbeitslosigkeit zum Saisontiefpunkt wird als saisonal unabhängig eingestuft, die Differenz zum Beschäftigungshöchststand gibt dann die Saison¬ arbeitslosigkeit. Den Abstand zwischen höchstem und niedrigstem Jahreswert (Amplitude) beziehen wir auf den Jahresdurchschnittswert und erhalten somit die relative Spannweite (RR). Zusätzlich zu diesen deskriptiven Indikatoren verwenden wir ein strukturelles ökonometrisches Zeitreihenmodell (Unobserved Component Model) zur Ermittlung der saisonalen Komponente der Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Das "basic structural model" zerlegt eine Zeitreihe in eine Trend-, eine zyklische, eine saisonale und eine irreguläre Komponente, wobei die einzelnen Komponenten aller¬ dings a priori unbeobachtbar sind (vgl. Harvey 1989 für eine ausführliche Diskus¬ sion). Diese Methode hat den großen Vorteil, daß die saisonale Komponente exakt extrahierbar ist; weiters erlaubt dieses Verfahren die Behandlung von im Zeitablauf variierenden Saisonmustern.

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