Full text: Aspekte der Arbeitsmarktintegration von Lehranfängern (53)

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Wie bereits erwähnt, ist die Arbeitsplatz-Fluktuation nach der Beendigung der Lehre
relativ hoch. Aus Tabelle 2.5.1-3 läßt sich das beträchtliche Ausmaß an sektoraler
Mobilität der untersuchten Lehrlinge ablesen. Im güterproduzierenden Sektor, im Bau-
und Gaststättenwesen arbeitet 10 Jahre nach Ausbildungsbeginn noch zumindest
jeder zweite im Wirtschaftsbereich seines Ausbildungsbetriebes. Auffallend ist die
hohe Absorption des Sektors sonstige Dienstleistungen an ehemaligen Lehrlingen aus
anderen Bereichen. Dieser Sektor beschäftigt mehr Personen, die ihr erstes
Lehrverhältnis im güterproduzierenden Sektor bzw. im Bauwesen als im eigenen
Bereich hatten. Neben den sonstigen Dienstleistungen zieht auch der Handel viele
ehemalige Lehrlinge aus dem sachgüterproduzierenden Sektor an und bildet nur 1/3
der Beschäftigten selbst aus.
2.5.2 Einkommenssituation der Lehrlingskohorten
Die vorliegenden Daten erlauben es, die Einkommensposition8 der ehemaligen
Lehrlinge im zum jeweiligen Stichtag im Jahr 1991 aufrechten Beschäftigungsver¬
hältnis zu untersuchen (siehe Tabelle 2.5.2-1). Für die Beschäftigten der Kohorte
1985 zum Stichtag sechs Jahre nach Lehrbeginn beträgt das Medianeinkommen9 der
Personen mit Lehrabschluß 13.800 öS, bei Personen ohne Abschluß 12.800. Für die
Kohorte 1981 (Stichtag 10 Jahre nach Lehrbeginn) sind die Einkommensdifferentiale
zwischen Personen mit (16.200) bzw. ohne (14.200) Lehrabschluß noch
ausgeprägter. Die Löhne differieren stark zwischen den Geschlechtern, wobei Frauen
eindeutig geringer entlohnt werden. Beträchtliche Lohndifferentiale bestehen auch
zwischen den Wirtschaftsbereichen, wobei im sachgüterproduzierenden Sektor und
im Bauwesen überdurchschnittliche Löhne bezahlt werden. Die Entlohnung im
Dienstleistungssektor ist am geringsten.
Zum Stichtag sechs Jahre nach Lehrbeginn liegt das Medianeinkommen der
beschäftigten männlichen Lehrabsolventen der Kohorte 1985 um rund 8.5 % über
dem der ehemaligen Lehrlinge ohne positiven Lehrabschluß. Bei den Frauen zeigt sich
hingegen kein einkommenserhöhender Effekt des Lehrabschlusses. Für die Kohorte
1981 ergibt sich indes eine deutlichere Lohndifferenzierung. Nach 10 Jahren
verdienen Männer bzw. Frauen mit Lehrabschluß im Schnitt um 10.3 % bzw. 12.4 %
mehr als ehemalige Lehrlinge, deren Lehre als nicht abgeschlossen klassifiziert
wurde. Auch nach Sektoren wird der Lehrabschluß unterschiedlich entlohnt10. Für die
8) Bei den Lohndaten handelt es sich um die durschnittliche monatliche Beitragsgrundlage ohne Sonderzahlungen laut SSEDP.
Aufgrund der Datenstruktur ist es allerdings nicht möglich, um Arbeitszeiteffekte zu korrigieren.
9) 50 % der Beschäftigten verdienen weniger als diesen Betrag.
10) Aufgrund der geringen Fallzahl der Personen ohne Lehrabschluß im primären Sektor wird auf diesen nicht gesondert
eingegangen.
        

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