Full text: Die Verteilung der persönlichen Einkommen in Österreich (15)

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Tabelle 6
Verteilung der einkommensteuerpflichtigen Einkommen
Anteil des Anteil des
Jahr Gini-Koeffizient obersten Dezils obersten Perzentils
1953 0,524 45,5 19,6
1957 0,552 47,6 20,7
1964 0,578 49,3 18,3
1967 0,568 47,8 18,6
1970 0,602 51,5 22,6
1972 0,615 52,4 20,0
Quelle: Bericht über die soziale Lage 1976/1977
Bemerkenswert ist dabei vor allem der Umstand, daß die Tendenz zur
Zunahme der Ungleichheit nicht wie bei den Arbeitsverdiensten nur in
den fünfziger Jahren zu beobachten ist, sondern sich bis in die frühen
siebziger Jahre fortsetzte. Die durchgehende Zunahme der Ungleich¬
heit der Verteilung der einkommensteuerpflichtigen Einkommen ist
konsistent mit der hier festgestellten überproportionalen Zunahme der
Einkommen jener Gruppen, die dem Niveau nach die höchsten Durch¬
schnittseinkommen beziehen, nämlich die freien Berufe und die Gewer¬
betreibenden. Da die hohen Einkommen (oberstes Zehntel der Einkom¬
mensteuerpflichtigen) relativ weitgehend von der Einkommensteuer¬
statistik erfaßt werden, ist zu vermuten, daß auch die Verteilung der
Haushaltseinkommen insgesamt seit 1953 deutlich ungleichmäßiger
geworden ist und daß eine solche Tendenz auch in den sechziger und
frühen siebziger Jahren wirksam war.
Fußnoten
1 G. Chaloupek, Die Verteilung der persönlichen Einkommen in Österreich, I. Die
hohen Einkommen, in: Wirtschaft und Gesellschaft Nr. 1/1977
2 Für das Jahr 1961 liegt keine Einkommensteuerstatistik vor.
3 Der Großteil der Einkommen aus Land- und Forstwirtschaft sind steuerlich gesehen
Nullfälle. Die letzte Nullfallstatistik wurde 1964 erstellt.
4 Die Mitgliedstände der Kammern der freien Berufe (siehe die Tabelle im Anhang)
ergeben eine etwas höhere Zahl als die Einkommensteuerstatistik. Dazu kommt noch,
daß für gewisse zahlenmäßig allerdings nicht ins Gewicht fallende Typen von freien
Berufen keine Kammern existieren (z. B. Schriftsteller, Künstler). Ein Teil der
Diskrepanz zwischen Steuerstatistik und der Zahl der Kammerzugehörigen ist durch
die Haushaltsbesteuerung erklärbar (z. B. Arzteehepaare), kaum jedoch die volle
Diskrepanz.
5 Allerdings sind im Einkommensbegriff der Einkommensteuerstatistik die Beiträge
zur Sozialversicherung nicht enthalten.
6 U. a. private Renten, Veräußerungsgewinne, verschiedene Funktionsgebühren, be¬
stimmte Arten unregelmäßiger Einkünfte
7 Siehe dazu die Untersuchungen von E. Streißler, Sozialpartnerschaft und Gewinne, in:
Wirtschaftspolitische Blätter Nr. 4/1976 und Kurt Bayer, Wer gewinnt die Inflation, in:
Neues Forum 253/54, 1975
        

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