Full text: Beschäftigungspolitik (72)

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tungen eher in größeren Betrieben zu realisieren. Dies steht in einem gewissen
Gegensatz zur österreichischen Betriebsstruktur sowie zur arbeitsmarktpoliti-
schen Realität.
Für die Zukunft müssen daher vor allem branchen~ und regionalbezogene
Stiftungsmaßnahmen entwickelt werden, die auch Arbeitnehmerinnen aus
Klein~ und Mitteluntemehmen die Chance zu einer umfassenden beruflichen
Neuorientierung bieten (z. B. Arbeitsstiftung für Speditionsangestellte).
Für Frauen mit familiären Verpflichtungen sollten im Rahmen von Stif-
tungsmaßnahmen zeitlich zumutbare Möglichkeiten geschaffen werden, an
den Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen.
Im Sinne einer aktiven Unterstützung des wirtschaftlichen Strukturwandels
bedarf es dazu neben einer intensiven Zusammenarbeit der Sozialpartner auch
der Einbindung der regionalen Gebietskörperschaften (Länder und Gemein-
den) in den Planungs- und Finanzierungsprozeß.
3.5. Sonderprogramm der Bundesrel:ierung zur Stabilisierung der
Wlrtschafts- und BeschAftigungsentwlcklung
Das Sonderprogramm der österreichischen Bundesregierung ("Strukturmil-
liarde") lieferte einen wertvollen Beitrag zur Anreicherung und Optimierung
der österreichischen Weiterbildungslandschaft. Aktionen dieser Art sollten
immer wieder als geeignetes Instrument zur Absicherung des Wirtschafts-
standorts und einer positiven Beschäftigungsentwicklung diskutiert werden
und zum Einsatz kommen. Da die Funktion dieses Instrumentes weit über die
Aufgabenstellung der aktiven Arbeitsmarktpolitik hinausreicht, sollte die Fi-
nanzierung nicht nur aus den Mitteln der Arbeitslosenversicherung erfolgen.
3.6. Zur Bedeutung der WeiterbildungsberatunI:
Für die Verbesserung der Berufsinformation hat das AMS in ganz Öster-
reich ein Netz von Berufsinformationszentren (BIZ) aufgebaut (darüber hinaus
gibt es noch eine Reihe von Einrichtungen, die vom AMS finanziert werden
und Beratungsleistungen für bestimmte Zielgruppen anbieten sowie Bera-
tungs~ und Informationsangebote anderer, nicht vom AMS finanzierter Insti-
tutionen, wie etwa der Interessenvertretungen, die eng mit dem AMS koope-
rieren bzw. das Kursangebot des AMS Interessenten nahebringen).
Da der öffentlichen Hand eine besondere Aufgabe der Förderung der be-
ruflichen Weiterbildung zukommt, sollten Berufsinformationszentren zuneh-
mend und verstärkt auch auf die Bedürfnisse "erwachsener" Ratsuchender
ausgerichtet werden.
        

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