Full text: Beschäftigungspolitik (72)

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liehe Klarstellungen zu treffen. Darüber hinaus sind auch mögliche uner-
wünschte Effekte wie etwa ein Ansteigen der Schwarzarbeit zu evaluieren und
im Bedarfsfall Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Klar ist weiters, daß dabei nicht Gruppen Leistungen aus der Arbeitslosen-
versicherung beziehen, die an diese Versicherung keine Beiträge abfUhren
(z. B. Beamte). Für den öffentlichen Dienst ist derzeit allerdings ein anderes
Modell in Diskussion, dem mit Interesse entgegengesehen wird: Beamte sollen
die Möglichkeit erhalten, vier Jahre lang fUr 80% ihres Gehaltes zu arbeiten,
um dann im 5. Jahr bei Weiterbezug von ebenfalls 80% des Gehaltes ein Jahr
zu pausieren. Auch diese Idee bedarf aber jedenfalls einer nachhaltigen Evalu-
ierung. Die Schaffung einer rechtlichen Basis fUr vergleichbare Modelle
könnte auch in der Privatwirtschaft diskutiert werden. Möglich wären dabei
auch kürzere Zyklen wie im dänischen "Müllmänner-Modell": Dabei reduziert
eine Gruppe von z. B. 4 Arbeitnehmern ihre Arbeitszeit ohne Lohnausgleich
um ein Fünftel in Form einer arbeitsfreien Woche alle 5 Wochen, wodurch ein
fUnfter Arbeitsplatz entsteht.
Die beschriebenen Möglichkeiten sollten demgemäß in zeitlich begrenzten
Modellversuchen und Pilotprojekten forciert und erprobt und auf ihre Auswir-
kungen hin untersucht werden, um endgültige Schlüsse über deren Anwend-
barkeit und Wirksamkeit, d. h. aufgetretener Beschäftigungszuwächse, aber
möglicherweise auch Probleme, erzielen zu können.
2.2. Teilzeitarbeit
Aus Sicht der Arbeitgeber machen kundenfrequenzorientierte Personalein-
satzplanung, die erhöhte Produktivität von Teilzeitbeschäftigung, die leichtere
Lösbarkeit von Vertretungsproblemen und mögliche Kostensenkungspotentia-
le durch die Vermeidung von Leerläufen Teilzeitarbeit in gewissen Bereichen
attraktiv, was z. B. im Handel einen Abbau der Vollzeitbeschäftigung und eine
Zunahme der Teilzeitbeschäftigung nach sich ziehen kann. Dabei werden ent·
weder Vollzeitarbeitsplätze in Teilzeitarbeitsplätze umgewandelt oder aber
neue Teilzeitstellen geschaffen. Die Auswirkungen aus einer erhöhten Nach-
frage nach Teilzeitbeschäftigten auf die Arbeitslosenquote hängt davon ab, ob
diese Nachfrage aus dem Pool der offiziell Arbeitslosen oder aber aus dem
Lager der bisher nicht Erwerbstätigen (insbesondere Frauen) befriedigt wird.
Eindeutige Aussagen über die Beschäftigungswirksamkeit von (vermehrter)
Teilzeitarbeit sind nicht möglich, die Möglichkeit des Zugangs zu freiwillig
gewählter Teilzeitbeschäftigung gemäß den Bedürfnissen der Arbeitssuchen-
den ist aber in jedem Falle so offen wie möglich zu halten.
Weiters ist festzustellen, daß Teilzeitarbeit vor allem dann beschäftigungs-
politisch positiv wirken kann, wenn die Rahmenbedingungen dafUr attraktiv
genug sind. Elemente attraktiver - und damit potentiell beschäftigungswirk-
samer - Teilzeitarbeit sind insbesondere,
- daß Teilzeitbeschäftigung auf freiwilliger Basis erfolgt (d. h. keine Ver-
drängung von Vollzeitbeschäftigten in eine unfreiwillige nicht-existenz-
sichernde Teilzeitbeschäftigung);
        

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