Full text: Beschäftigungspolitik (72)

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In Österreich ist es bisher nicht ausreichend gelungen, ein international
vergleichbares Angebot in diesem Sektor aufzubauen. Als größte Defizite
werden identifiziert:
- Geringe Betriebsgröße
Dies ist ein entscheidendes Hemmnis fUr die ErfUllung der Anforderun.
gen an modeme Dienstleistungsunternehmen, weil es das Angebot von
Komplettlösungen und eine verstärkte internationale Ausrichtung man·
gels Kapazität verhindert. Ohne eine bestimmte kritische Größe ist es
praktisch unmöglich fUr den Kunden eine Speerspitzenfunktion im inter·
nationalen Markt zu übernehmen. Eine logische Folge der geringen Be·
triebsgröße ist die Konzentration auf die Unterstützung operationaler
Funktionen und ein mangelndes Angebot strategischer Hilfestellung.
- Mangelnde Kooperation
Dies trifft sowohl fUr die zum Teil beschränkten Kooperationsmöglich.
keiten als auch auf das Kooperationsbewußtsein auf nationaler und in.
ternationaler Ebene zu. Damit verschärfen sich die Konsequenzen der
geringen Betriebsgröße.
- Geringe Internationalisierung
Internationale Zusammenarbeit und Erfahrung ziehen nicht nur Waren·
und Anlagenexporte nach sich, sondern sind häufig eine notwendige
Voraussetzung fUr den Verkauf des klassischen Produktangebots durch
vor· und nachgelagerte Dienstleistungen (z. B. Planung, Engineering
z. B. Management von erstellten Anlagen). Gleichzeitig scheint jedoch
die Internationalisierung der großen ausländischen Anbieter eine Folge
der Internationalisierung ihrer Kunden gewesen zu sein. Die WDL wur-
den sozusagen von den Multis mitgenommen. Erste Erfolge österreichi·
scher WDL in den MOEL zeigen, daß auch österreichische Anbieter
durchaus in der Lage sind, zu internationalisieren.
Die Ergebnisse oben angefUhrter Untersuchungen zeigen, daß eine Reihe
von wirtschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen die Ausschöp.
fung des vorhandenen Beschäftigungspotentials behindert. Der Beirat fUr
Wirtschafts· und Sozialfragen sieht insbesondere folgende Problemfelder bzw.
Ansatzpunkte, um das Potential dieses Sektors auszuschöpfen:
I. Der Berufszugang zu den freien Berufen ist nach wie vor, insbesondere
im Vergleich zu den gewerblichen Berufen, stark reglementiert (zu lange
Praxiserfordernisse und Ausbildungszeiten, teilweiser Gebietsschutz
bzw. ein fehlendes freies Niederlassungsrecht z. B. bei Notaren).
2. Honorarordnungen bei Rechtsanwälten und Zivilingenieuren, sorgen -
trotz einer steigenden Zahl von Anbietern - fUr geringen Wettbewerbs·
druck (auch hinsichtlich der Qualität im internationalen Vergleich). Es
werden Höchstpreise vorgegeben, während die vergleichbaren Regulie·
rungen in der gewerblichen Wirtschaft (z. B. in Form von unverbindli·
        

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