Full text: Beschäftigungspolitik (72)

VORWORT
Die Beschäftigung ist im letzten Jahrzehnt zu einem der zentralen Probleme
der europäischen Wirtschafts- und Sozialpolitik geworden. Die Arbeitsplätze
in der Industrie gehen infolge von Rationalisierungen und Produktionsverlage-
rungen stark zurOck, das Arbeitskrllfteangebot nimmt zu und das Wirtschafts-
wachstum hat sich verlangsamt: Als Konsequenz sind die Arbeitslosenquoten
spürbar angestiegen.
Im europäischen Vergleich gesehen ist die Arbeitsmarktsituation in Öster-
reich nach wie vor recht gUnstig. Dennoch hat sich die Situation auch in Öster-
reich 1995 und 1996 zugespitzt: 16.000 Arbeitsplätze gingen in diesen zwei
Jahren verloren, die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen erhöhte sich im glei-
chen Ausmaß, trotz weiterhin massiver FrOhpensionierungen. Die Arbeits-
platzprobleme haben sich in diesen Jahren von der Industrie auf jene Dienst-
leistungssektoren ausgedehnt, die im Zuge der europäischen Integration ihre
bisher geschützte Position verloren und nun im internationalen Wettbewerb
bestehen müssen. Diese Tendenz wird kurzfristig auch weiterhin anhalten.
Diese zunehmende Brisanz der Arbeitsmarktsituation hat den Beirat für
Wirtschafts- und Sozialfragen zu der vorliegenden Beschäftigungsstudie mo-
tiviert. Der Beirat hat seine Arbeit dabei vornehmlich auf die Bereiche Ar-
beitsmarkt (Arbeitszeit, neue Dienstleistungsjobs, aktive Arbeitsmarktpolitik)
und Qualifikation konzentriert, da die wesentlichen wirtschaftlichen Aspekte
des Problems bereits in der Beiratsstudie "Wirtschaftsstandort Österreich"
sowie in dem Sozialpartner-Übereinkommen "Maßnahmen für eine beschäfti-
gungspolitische Offensive" behandelt wurden. Diese Studie stellt also nur ei-
nen Baustein in einer in ihrer Gesamtheit zu sehenden Beschäftigungspolitik
dar. Zu unterstreichen ist, daß Beschäftigung und Arbeitslosigkeit nicht bloß
Probleme des Arbeitsmarktes, sondern vielmehr der Wirtschaftsentwicklung
und damit auch der Wirtschaftspolitik sind. Arbeitsmarkt- und bildungspoliti-
sche Ansätze sind zwar notwendig, aber nicht ausreichend zur Steigerung der
Beschäftigung.
Unter Mitarbeit zahlreicher Experten aus Theorie und Praxis ist es dem Bei-
rat für Wirtschafts- und Sozialfragen gelungen, zu wichtigen Fragen der Be-
schäftigungspolitik gemeinsame Antworten basierend auf gemeinsamen Ana-
lysen zu finden. Die Studie stellt damit eine theoretische Basis für eine prakti-
sche beschäftigungsorientierte Wirtschafts- und Sozialpolitik dar. Dabei ging
es nicht nur darum, neue Rezepte und Instrumentarien zu erfinden, sondern
vor allem auch darum, vorhandene gemeinsam zu bewerten und einer Imple-
mentierung zuzuführen. Allen an der Erarbeitung dieser Studie Beteiligten ge-
bührt ein dementsprechend herzlicher Dank, besondere Anerkennung gilt dem
Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Herrn Dr. Ewald Walterskirchen (Österreichi-
sches Institut für Wirtschaftsforschung) sowie den Geschäftsführern der Ar-
beitsgruppe, Herrn Dr. Michael Mesch (Bundesarbeitskammer) und Herrn
Mag. Gerhard Huemer (Wirtschaftskammer Österreich), Frau Mag. Clarisse
PAsztory (Wirtschaftskammer Österreich) ftlr die laufende Redaktion und Frau
IIse Schulz (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung) ftlr Satz und
Layout.
Wien, im Mai 1997
Dr. Werner Teufelsbauer
Vorsitzender des Beirats
für Wirtschafts- und Sozialfragen
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